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www.unabhaengige-listen-freiburg.de | 15.12.2018

GR 14.2.2012. nichtgehaltene Rede Schuchmann zu TOP 3: Pilotprojekt zur dezentralen Wohnversorgung wohnungsloser Menschen

Gemeinderat 14.02.2012 
 
nichtgehaltene Rede von Lothar Schuchmann zu TOP 3: 
 
Pilotprojekt zur dezentralen Wohnversorgung wohnungsloser Menschen

Die UL begrüßen die dezentrale Bereitstellung von 45 FSB-Wohnungen für wohnungslose Menschen - auch wenn hier dezentral wohl relativ ist. Dieses Projekt beginnt sinnvoll mit einer dreimonatigen Trainingsphase mit intensiver sozialer Unterstützung, um diese Phase erfolgreich absolvieren zu können. Daran schließt sich eine Konsolidierungsphase von 18 Monaten an, die schließ-lich in ein normales Mietverhältnis mündet. Die Finanzierung der Wohnungen  ist dabei abgesichert. In diesem Rahmen wird auch geförderter Wohnraum nach dem Wohnraumförderungsprogramm des Landes geschaffen. 

Wir wissen, dass es ohne festen Wohnsitz ist es fast unmöglich einen verläss-lichen Arbeitsplatz zu erhalten, Wohnungslosigkeit führt umgekehrt häufig rasch zum Verlust des Arbeitsplatzes, meist auch verbunden mit dem Abbruch sozialer Beziehungen und dem Fehlen finanzieller Ressourcen. 

Wohnungslosigkeit ist Stigma und Ausgrenzung und nicht einfache Wohnungs-losigkeit (siehe früher: Ausgebombte wurden nicht stigmatisiert!)

Bedeutsam ist eine tragfähige Beziehung zwischen sozialpädagogischer Fach-kraft und dem Wohnungslosen in der Trainings- wie in der Konsolidierungs-phase.

Allerdings kann nur ein kleiner  Teil der Wohnungslosen auf diese Weise wieder zum geordneten Wohnen und möglicherweise auch zur Arbeit zurückkehren.Die Hilfe muss also differenziert werden. Es geht  dabei um die  Entwicklung realis-tischer Ziele für jeden einzelnen Wohnungslosen. Psychisch und/oder physisch kranke, ältere Wohnungslose, wie sie in Freiburg teilweise im Johannisheim ver-sorgt werden, bedürfen einer stationären Langzeitversorgung in einer geeigneten Form, die eine adäquate Grundversorgung, Verpflegung und sorgfältige Hilfe bei gesundheitlichen Problemen gewährleistet. 

Jüngere, erst kurzfristige wohnungslose Menschen benötigen eine Einrichtung, die sie aktiviert, motiviert und eingliedert, um sie mit sozialer Unterstützuung wieder in Lohn und Brot und  zu selbständigem Wohnen zu bringen.