Loading ...
www.unabhaengige-listen-freiburg.de | 15.12.2018

GR 14.12.2010

Bebauungsplan Berliner Allee (West-Arkaden) - Redemanuskript Hendrijk Guzzoni

Bebauungsplan Berliner Allee, Klappe die gefühlt 47ste.

Die nun notwendige oder vom Investor gewünschte Nachbesserung und Änderung des Bebauungsplans stellt mit wenigen Ausnahmen keine Verschlechterung gegenüber dem status quo dar. Es gibt sogar einige signifikante Verbesserungen:

Die Fläche für Wohnbebauung hat zugenommen. Und die Zahl der 3- und 4-Zimmer Wohnungen hat zugenommen, beides sind wünschenswerte Entwicklungen.

So weit, so gut? Kein Problem also, den Bebauungsplan nochmals zu ändern?

Leider nicht.
Leider hat nämlich die Größe der Freiflächen nicht zugenommen. Das Verhältnis von Wohnungen, und damit von Menschen, insbesondere von Kindern zu den Freiflächen hat sich damit noch weiter verschlechtert. Und das, obwohl wir ohnehin schon eine extreme Verdichtung hatten.
Es stellt sich die Frage, ob die städtebaulichen Verträge dahingehend geändert werden, dass mit der höheren Anzahl von Wohnungen, von 3- und 4-Zimmer-Wohnungen sich auch die Anzahl von Kindern – und damit von notwenigen KiTa-Plätzen erhöhen wird?

Inakzeptabel ist die (neu hinzugekommene) Fläche für „Jagd- und Waffenbedarf“ sowie die im Untergeschoss vorgesehene dazu gehörige Schießanlage.
Da wird allseits gefordert, dass der Privatbesitz an Waffen reduziert, der Zugang zu Waffen, auch und gerade zu Jagdwaffen, erschwert werden müsse (die Amokläufe sowohl in Winnenden als auch in Lörrach wurden mit Jagdwaffen verübt) – und wir sollen ein neues großes Waffengeschäft und eine Schießanlage genehmigen ! Natürlich ist zum Erwerb eines Jagdgewehrs ein Waffenschein erforderlich. Die Waffen in Winnenden und Lörrach wurden legal mit Waffenschein erworben. Natürlich gibt es auch anderweitig die Möglichkeit, Waffen zu erwerben.
Aber so ein neues Geschäft wird auch beworben werden, es schafft zusätzliche Anreize zum Kauf einer Waffe. Das steht in diametralen Gegensatz zu allen aktuellen Diskussionen.

Uns erschließt sich auch nicht wirklich der Sinn eines 7- (in Worten: sieben!) stöckigen Garagengebäudes. Weder 10.000 qm Einzelhandel noch 327 Wohnungen geben dies her.
Die Verwaltung ist im Bauausschuss auch die Antwort auf unsere Frage schuldig geblieben, ob die im Fraktionsgespräch im September aufgeworfenen Fragen bzgl. Verschattung, baulicher Dichte und Attraktivität der (neu hinzugekommenen) Wohnbebauung (u.a. 3- statt einstöckige Bauweise auf der Rückseite des Garagengebäudes) in der Zwischenzeit gelöst werden konnten.
Die Verdichtung war bereits mit dem alten Bebauungsplan extrem hoch, sie soll noch weiter erhöht werden.
Erinnern Sie sich an die Diskussion um den „Riegel“ an der Schwarzwaldstr., dem heutigen ZO? Die Blockbebauung entlang der Berliner Allee wird doppelt so lang sein – und das mit 7 Geschossen. Eine Visualisierung des Blicks von den Wiesen östlich des Flückiger Sees auf den Schlossberg – bzw. den bald fehlenden Blick auf den Schlossberg, hätte vielleicht einigen die Augen geöffnet...

Letztlich sehen wir von den Unabhängigen Listen wahrlich keinen triftigen Grund von unserer bisherigen ablehnenden Haltung zu dieser Planung abzurücken.