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www.unabhaengige-listen-freiburg.de | 15.12.2018

GR 14.5.2013: Redemanuskript Hendrijk Guzzoni zu Tränkmatten Süd

Tränkematten-Süd


Lassen Sie mich am Beispiel Tränkematten-Süd eine grundsätzliche Überlegung anstellen:

oft höre ich in Sitzngen des Bauausschsses und des Gemeinderates, dass es gelte „mannhaft zu den Beschlüssen zu stehen“ und „dem Druck von draußen geschlossen zu widerstehen“.

Geht es wirklich darum?

Ist es wirklich eine Zumutung, dass „die Bürger jetzt schon anfangen, selbst zu planen“, wie im Bauausschss gesagt wurde?

Oder ist es nicht vielmehr eine Chance, wenn sich die Betroffenen für die Belange des Gemeinwohls interessieren und engagieren? Wenn der Sachverstand der Bürgerinnen und Bürger in Planungen mit einfließt?

Müssen wir dem druck wirklich standhalten? Oder sollten wir nicht viel eher auf Bedenken und Anregungen eingehen in der Annahme, dass sie die Planungen verbesseren werden? Von der höheren politischen Akzeptanz ganz zu schweigen...

Konkret zu den Tränkematten:

Eine Bebauung mit ca. 50 bis 55 Wohneinheiten war von den Anliegern, war von den BewohnerInnen in Betzenhausen-Bischofslinde als akzeptabel angesehen worden. Wäre es nicht sinnvoll gewesen, auf diese Position einzugehen, die Grünstreifen entlang des Baches und entlang der bestehenden Bebauung etwas aufzuweiten, die Belange des Vereins „Bauernhoftiere für Stadtkinder“, die Bebauung etwas moderater zu gestalten – und einen Konsens herzustellen, statt mit Gewalt die eigene Planung durchzudrücken, statt mit Gewalt die Interessen des Investors durchzuboxen?

A propos Investor: ist der Investor mit einem Bußgeld belegt worden für seine Aktion des ungenehmigten Abholzens? Und wenn ja, wie hoch war dieses? Ich bin mir sicher, die heute vorgestellte Planung bringt ihm ein Hundertfaches dessen ein...


Ich höre den Einwand, dass die Mieten zu hoch sind und Wohnungsnot herrsche und eben gebaut werden müsse auf Teufel komm raus.

Wir alle wissen, dass der Markt allein es eben nicht richtet, dass andere Maßnahmen gegen die explodierenden Mieten erforderlich sind. Besonders kreativ haben sich GR-Mehrheit und Verwaltung da nicht gerade gezeigt in den letzten Jahren. Und es kommt darauf an, was und zu welchem Preis gebaut wird.

Und all das enthebt uns nicht der Verantwortung, in jedem einzelnen Fall zu prüfen, ob ein Bauvorhaben in seinem Volumen und in seiner Gestaltung städtbaulich und ökologisch sinnvoll ist und sozialen Zielsetzungen dient oder nicht.

In vielen Fällen haben die Unabhängigen Listen eine dichtere Bebeuung gefordert, in manchen eben auch eine weniger dichte.

Wir prüfen in jedem Einzelfall nach ökologischen, städtbaulichen, gestalterischen und besonders sozialen Kriterien. Das erscheint uns sinnvoller als „dem Druck aus der Bürgerschaft“ um jeden Preis zu widerstehen...

Zurück zu den Tränkematten:

wir hätten, wie gesagt, eine etwas maßvollere Bebauung akzeptabel gehalten. So wie sie war, haben wir sie bereits letztes Jahr im Bauausschuss abgelehnt. Besser ist sie seitdem nicht geworden. Die Geschossflächenzahl GFZ ist statt „0,8 bis 0,9“ wie es in der alten Vorlage stand nun bei 1,0 angelangt und aufgrund der Situation des Grundwassers stehen die Gebäude nun 0,4 bis 1,4 Meter höher in der Gegend. Attraktiver macht das das Ganze nicht.

Die vorgebrachten Bedenken gegen die Gutachten können wir im Einzelnen nicht nachprüfen. Aber das eine Umweltverträglichkeitsprüfung nicht vorliegt, können wir nach der ganzen Diskussion der letzten zwei Jahre, die stark von umweltpolitischen Belangen geprägt wurde (Feuersalamander u.a.), nun überhaupt nicht akzeptieren. Und auch wenn über die Baustellenzufahrt in einem gesonderten Verfahren entscheiden werden soll, so lassen die Aussagen aus den letzten Sitzungen des Bauausschusses nichts Gutes vermuten: es zeichnet sich ab, dass auf die Belange des Vereins Bauernhoftiere für Stadtdinder nicht eingegangen wird, auf die diesbezüglichen Wünsche der Anne Frank Schule nicht – und auf die ökologischen Erfordernisse schon gar nicht. Dabei wäre es sehr einfach gewesen, die Baustellenzufahrt entlang des vorhandenen Weges weiter zu führen und dann von Süden in den westlichen des Baugebiets zu führen, statt sie quer durch Biotop zu führen. Aber wenn es nur darum geht „dem Druck von draußen standzuhalten“, statt konstruktive Anregungen aufzunehmen, dann kommt eben so etwas dabei raus.

Die Unabhängigen Listen lehnen diese Vorlage ab.

Hendrijk Guzzoni