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www.unabhaengige-listen-freiburg.de | 15.12.2018

Säule der Toleranz

GR 15.3.2011 Rede Atai Keller "Toleranz und Kommunikation auf dem Augustinerplatz

In welcher Zukunft wollen wir leben? Diese Frage hat unser Stadttheater als selbsternanntes „Heart of the city“ in der letzten Zeit immer wieder gestellt, dabei wurde wohl die Frage der Dezibelwerte in der Innenstadt vergessen. Nicht dass sie mich falsch verstehen, ich nehme die Bedenken der Anwohner und des Bürgervereins Innenstadt ernst, ich nehme auch die Kommentare von Herrn Röderer ernst, der vom fehlenden Gleichgewicht am Augustinerplatz spricht, „aber längst nicht nur dort“ - letzteres verstehe ich allerdings nicht so ganz. Freiburg hat einen Ruf zu verlieren, als tolerante und offene Stadt auf der einen Seite, aber auch als Stadt des friedlichen Nebeneinanders und als Touristenstadt. Was ist zu tun. Die Säule der Toleranz, die freundliche Lichtsäule wie Herr Röderer schreibt, war gut gemeint und kommt als Lichtobjekt auch ganz gut an, eine wirkliche Verbesserung der Situation ist dadurch sicher nicht zu erzielen, man könnte sie auch ins stadt- geschichtliche Museum verfrachten oder Herrn Ege schenken, der gerade eine hervorragende Ausstellung mit Lichtobjekten in der Sammlung Bürkle veranstaltet. Aber Spaß beiseite. Man darf die Frage stellen, um wieviele Tage handelt es sich pro Jahr bei durchschnittlichem Regenzeiten und einer normalen Jahreszeitenabfolge. Man darf erinnern an Zeiten in Freiburg, da wurde ein AZ toleriert, da hatte die Stadt ganz andere Sorgen mit Bewegungen auf der Straße. Man muss aber auch klar sagen, ab 24.ooh muss werktags Schluss sein und für die Anwohner muß alles getan werden, dass ihnen eine Nachtruhe in der Innenstadt gewährleistet wird. Ich meine schon, in der Innenstadt zu wohnen, ist etwas besonderes und für viele Belange von Vorteil, erfordert jedoch auch sicher  mehr Lärmtoleranz. Dabei zeigen sich manche Anwohner/innen sehr tolerant, dafür muss man auch einmal einen besonderen Dank aussprechen. Und nebenbei: Hat die Stadt die Anwohner beim Einbau von Schallschutzfenstern genügend unterstützt?  Wir sind der Meinung, dass verstärkt weitere Gespräche mit der Initative der Anwohner/innen geführt werden sollten.

Also: Containeraufstellung - gut, Abfallkonzept - gut, Toiletten -  gut, Einsatz von Infoteams - ausgeweitet auf den ganzen Sommer - gut, aber: angekündigte Polizeiaktionen auf dem Platz per Gemeinderatsvorlage lehnen wir ab, wenn es unbedingt nötig ist, dann wird die Polizei schon einschreiten, das brauchen wir nicht per Vorlage anzukündigen. Dazu hatten wir auch einen Antrag eingebracht, der jetzt laut Verwaltung nicht abstimmungsfähig ist.  
Wenn die Konzeption wirklich bundesweit viel Resonanz und Aufmerksamkeit erhält, dann sollten wir das auch weiter beispielhaft angehen, wie es sich für eine Stadt gehört die viel für ihr junges Publikum tun will, die aber auch die Beschwerden der Anwohner/innen ernst nimmt. Vielleicht sollte man einfach als „italienische Lösung“ um 24.ooh einen Wasser spritzenden Reinigungsdienst mit großem Wagen bemühen und den Platz regelmäßig um 24.ooh nass reinigen, wie es so auf manchem italienischen Platz üblich ist, dann würde sich das Problem erst einmal von selbst beheben. Es wäre eine nützliche und purgative  Aktion in jeder Hinsicht, und  die Gaststätten könnten offen bleiben. Es wird wohl niemand im Ernst daran denken, diese wichtigen Freiluftorte früher schließen zu wollen. Dazu ist die Innenstadt in Freiburg  Lebensraum und lebendiger Raum geblieben, es gibt genug andere misratene Beispiele. Darauf sollten wir stolz sein.