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www.unabhaengige-listen-freiburg.de | 15.12.2018

2. GeschäftsführerIn für Freiburger Stadtbau

Irene Vogel

Rede Vogel GR 28.7.2015

Ralf Klausmann mag ein guter Kaufmann sein, als alleiniger Geschäftsführer der Freiburger Stadtbau hat er uns nie wirklich 100 %ig überzeugt. Seine Reaktionen auf unseren interfraktionellen Antrag zur Wiedereinführung eines zweiten, technischen Geschäftsführers für die Stadtbau haben diese Einschätzung nur verstärkt. Sie machen einen Mangel an Souveränität deutlich, die in einer solchen Position als selbstverständlich vorausgesetzt werden sollte.

Schon der von ihm mit großer Wahrscheinlichkeit angeregte, aber ganz sicher abgesegnete, öffentliche Brief seiner Prokuristen, war grenzwertig. Auch dazu hätten wir gerne eine Stellungnahme von Ihnen, Herr Oberbürgermeister. Wenn mittlere Führungskräfte zu bevorstehenden politischen Entscheidungen öffentlich Stellung nehmen können, dann wäre das neu und das soll uns recht sein. Aber dann bitte schön nicht nur, wenn diese Stellungnahmen Ihrer Meinung entsprechen, Herr Dr. Salomon.
Der frühere technische GF der Stadtbau musste nämlich seinen Hut nehmen, weil er gegen den Stadtbau-Verkauf war, obwohl er es nie gewagt hat, sich öffentlich dazu zu positionieren. Die Streichung seiner Position war eine Fehlentscheidung, die wir mit diesem Antrag beheben wollen.
Wenn Herr Klausmann, seines Zeichens Alleingeschäftsführer der Freiburger Stadtbau, die Gemeinderätinnen und Gemeinderäte, die einen Fachmann als zweiten Geschäftsführer für die Stadtbau wollen, als Taliban betitelt, so ist das frech und respektlos. Wir erwarten dafür selbstver-ständlich eine schriftliche Abmahnung als arbeitsrechtliche Konsequenz.
Eine solche öffentliche Äußerung bestärkt uns nur darin, dass hier eine Selbstüberschätzung vorliegt. Sein Glaube an die eigene Omnipotenz , nicht gut sind für die alleinige Führung ein so wichtigen Unternehmens wie der FSB.
So ganz klar ist ja nicht, was er mit diesem Vergleich meint: Fundamentalisten, Terroristen oder was? Jedenfalls gibt es in Deutschland viele kommunale Wohnungsbauunternehmen, die von jemandem geführt werden, der etwas vom Bauen versteht, einem Architekten, Bauingenieur oder Stadtplaner, und das ist in Freiburg leider nicht der Fall. Die im Brief der Prokuristen genannten Städte KA + Ulm z.B. haben eine/n Solche/n.

2006 musste der zweite Geschäftsführer und Architekt Gresens gehen und dieser Fehler muss jetzt korrigiert werden. Dafür braucht es keinen Terror-Anschlag - sondern heute nur eine Mehrheit im Gemeinderat.

Die inhaltliche Begründung für den Antrag hat Renate Buchen ausführlich geliefert, die wiederhole ich nur in Stichworten:
- Andere städtische Gesellschaften haben 2 GF, die VAG, die FWTM oder auch der Eigenbetrieb Theater - nur die Stadtbau nicht.
- Überall gilt zu Recht das 4-Augen-Prinzip, nur hier nicht. Obwohl sie mit die höchsten Umsätze aller städtischen Töchter macht und mit das größte Eigentum der Stadt verwaltet.
- Es gibt nicht einmal einen Architekten oder Planer auf der mittleren Führungsebene. Der häufige Wechsel auf der mittleren Führungsebene ist jedoch signifikant, sowohl in der Bauplanung als auch in der Vermietung.
- Die Fehlplanung von 15 hochpreisigen Reihenhäusern in Günterstal beschert der FSB ein Delta von 11 Mio. Euro.
- Seit Jahren mahnen wir das zu teure Bauen und zu teure Sanierungen an. Weil Sie nun auch zu dieser Einschätzung kommen, soll Planung samt Ausführung von Neubauten künftig an Generalunternehmen zu vergeben werden – das halten wir für falsch. Ganz abgesehen davon, dass dies den Handwerksbetrieben in der Region nicht gefallen wird, fragen wir, wer in der FSB die dann die Qualität sicherstellen und für die Steuerung sorgen wird, wenn nicht ein/e Architekt/in auf der Führungsebene der Geschäftsleitung.

- Wir vermissen auch fehlende Innovation für preiswerten und dennoch hochwertigen Sozialwohnungsbau. Wir vermissen Impulse der Stadtbau für soziale Stadtentwicklung, sie müsste eigentlich Vorreiterin sein für Mehrgenerationen-Wohnprojekte im gesamten sozialen Wohnungsbau-Bestand, für die Stärkung der Nachbarschaften durch Wohnverwand-schafts-Projekte in allen Neubauten und sanierten Häusern.

- Und last but not least:  zur Bewältigung der großen aktuellen Herausforderung gemäß dem Handlungsprogramm Wohnen jährlich 300, besser noch 500 Sozialwohnungen neu bauen zu müssen, halten wir eine technische Leitung in der Geschäftsführung für unverzichtbar.

Irene Vogel, 28.7.15