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www.unabhaengige-listen-freiburg.de | 14.12.2018

SC-Stadion

Atai Keller

Rede im Gemeinderat am 24. Juli 2018

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, liebe Kolleginnen und Kollegen,

Nicht erst seit Uwe Seeler 1966 als Kapitän der deutschen Mannschaft unglücklich im berühmten WM-Endspiel gegen England verloren hat bin ich bekennender Uwe Seeler Fan. Seit er seine "Eier-Kopfbälle" im gegnerischen Tor unterbrachte, verehrte ich ihn. Das übertrug sich dann auf den ganzen HSV und sollte erst viele Jahre später durch den SC Freiburg abgelöst werden.

Wir haben  es uns in der Fraktionsgemeinschaft nicht leicht gemacht mit der heuti-gen Entscheidung über den Bebauungsplan für ein neues SC Stadion. Zwei Mitglieder unserer Fraktionsgemeinschaft hängen aus grundsätzlichen Erwägungen immer noch stark am alten Stadion, sodass sie sich bei der heutigen Entscheidung enthalten werden. Die Gründe hierfür sind in der Umweltverträglichkeit, Klimaproblematik und der prinzipiellen Standortfrage des neuien Stadions zu sehen.

Ich möchte nicht verhehlen , dass das alte Stadion das Stadion der Herzen ist und ein Abschied sehr schwer fällt. Nirgend anders ist meiner Ansicht nach die Domi-nanz der Emotionen so spürbar als auf den Rängen und Tribünen des alten Stadi-ons. Aber wir haben uns den Einsichten gebeugt, waren deutlich beim Bürgerent-scheid für ein neues Stadion dabei und haben den Prozess durch die Bürgerdialoge mitbegleitet. So werden wir auch jetzt an der Seite des SC und aller Fans stehen und das neue Stadion in seinen von der Verwaltung vorgeschlagenen Flächen und Grenzen weiter voran bringen. Auch wenn die vielen Bürgereinwendungen gegen den neuen Standort gewichtig sind und wir in vielen Fällen die Argumente nachvollziehen können, sind wir in der Abwägung doch für den Vorschöag der Verwaltung.

Wir sind der Meinung, ein solches Stadion sollte nicht die Bürgerschaft spalten, sondern im Gegenteil es sollte ein Bestandteil einer gemeinsamen zukünftigen Stadt sein. Wenn aber hier von bestimmter Seite mit Unterstellungen und Panikma-che gearbeitet wird, dann nimmt unseres Erachtens die Demokratie Schaden. In den vorliegenden zwei  Ordnern  wird meines Erachtens klar dargelegt, dass es keine Alternative zum vorgelegten Plan für ein neues Stadion gibt. In der Vorlage wird ausführlich beschrieben, wie der Prozess bisher verlaufen ist, welche Gutachten herangezogen wurden mit überprüfbaren Ergebnissen und wieviele Einwendungen bearbeitet wurden. Der Verwaltung ein grosser Dank dafür! Ökologische Ausgleichsmassnahmen , Sicherheitsvorkehrungen, Entschädigungen, Naturausgleiche, klimakonzepte ,Lärmgutachten und Sicherheitsvorkehrungen, all das ergibt ein Paket, welches in großen Teilen die Bedenken vieler Bürgerinnen und Bürger ausräumt, wenn man anerkennt, dass eine Stadt sich auch verändern kann und muss und das immer zu neuen Kompromissen führen muss.

Die Spiegelvariante ist keine echte Alternative geschweigedenn eine Kompromiss-lösung, da das Raumprogramm des SC nachweislich dort nicht hineinpasst, die Verlegung des Flugplatzes völlig neue Konzepte erfordert und finanziell nicht darstellbar ist. Die Vorteile dieser Variante wiegen bei weitem die Nachteile nicht auf. So bleiben wir mehrheitlich mit Verve am eingeschlagenen Kurs der Verwaltung wünschen uns einen fairen Verlauf der weiteren Diskussion und zügige Entscheidungen.

Atai Keller