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www.unabhaengige-listen-freiburg.de | 14.12.2018

Quartiersarbeit

Ulrike Schubert

Quartiersarbeit – stadtweit und demokratisch organisiert!

Wie gestalten wir die Zukunft für die Freiburger Stadtteile, vorausgesetzt, die am 10.7. zur Abstimmung stehende Neuausrichtung der Quartiersarbeit wird 1:1 umgesetzt? Seit genau 3 Jahren geht dieser Prozess – 2020 mit der geplanten Umset-zung sind`s dann fast 5 Jahre.  In vielen Stadtteilen haben die Trägervereine und QuartiersarbeiterInnen ein unglaubliches Potenzial an aktiven BürgerInnen und nachhaltig wirkenden Ehrenamtlichen ermuntert und ermutigt -  langfristig wirkende Stadtteil -Projekte und Vernetzungen befördert – im wahrsten Sinn unbezahlbar wertvoll!

Gut ist, dass inzwischen der Bestandsschutz für alle heute bestehenden Quartiere durchgesetzt werden konnte. Ein aktuelles Bekenntnis für den flächendeckenden, stadtweiten Ausbau mit einem Stufenplan für die Umsetzung  vermissen wir aller-dings. Bitter nötig für eine  „Soziale Stadt der Zukunft“ ist sicherlich die zusätzliche Förderung bei Armut, Ausgrenzung oder Wohnungsnot. Hier geht`s um finanzielle und personelle Projektförderung, Kooperationen und Empowerment in einzelnen Quartieren der Stadt. Das alles ist und war noch nie eine Individuelle Angelegenheit, Ursache sind die ungerechten gesellschaftlichen Verhältnisse, denn ohne Armut kein Reichtum /  die Schere zwischen Arm und Reich.
Die aktuell noch existierende Vorgabe, dass in Zukunft nur wenige große Träger ohne Stadtteilbezug – und Erfahrung QuartiersarbeiterInnen anstellen und über Ziele steuern können, wird sich absehbar ggf. fatal auswirken. Das über lange Jahre, teils sogar Jahrzehnte von QuartiersarbeiterInnen und Trägern direkt vor Ort aufgebaute Engagement und die direkte Einmischung der BürgerInnen laufen zunächst ins Leere, müssten neu andocken und gehen darüber erfahrungsgemäß oft genug „verloren“. Viele kleine Träge, lange verwurzelt in ihrem Stadtteil, geben angesichts dieser Perspektiven, nach viel eingebrachter persönlicher Zeit und Herzblut schon jetzt im Vorfeld die Trägerschaft ab – wie z.B. Hochdorf, Vauban oder Beurbarung.

Sinnvoller als eine nun angesichts der Gesamtsumme gesetzlich vorgeschriebene EU – weite Ausschreibung aller Träger auf 2020 sind sukzessive, nach einem ver-bindlichen Votum aus dem jeweiligen Stadtteil, ein Bewerbungsverfahren mit klaren Kriterien eines Stadtteilbezugs. Eine fundierte Fachdebatte von Akteuren, Trägern, Experten und Stadtverwaltung für die Zielvereinbarungen von Quartiersarbeit – vor einem Gemeinderatsbeschluss und Ausschreibungen oder Neuvergaben-  ist aktueller und nötiger denn je. Eine Fachgruppe – wie derzeit geplant- 3 Wochen nach Beschluss der vorliegenden neuen Drucksache geht gar nicht.


So wie bei Vergabe von z.B. Schulsozialarbeit, wo die Schule ein verbindliches Votum abgibt, braucht es gerade auch hier für die Abstimmung über die Vergabe von Quartiersarbeit in jedem Stadtteil demokratisch organisierte Gremien und Strukturen wie z.B. stadtweit Quartiersbeiräte oder besser gewählte Stadtteilräte – da müssen die BürgerInnen in jedem Stadtteil ihre jeweils passenden Wege organisieren und - nachhaltig dran bleiben.

Ulrike Schubert