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www.unabhaengige-listen-freiburg.de | 15.12.2018

Kulturhauptstadt 1

27. 4. 2010 - Rede von Atai Keller im Gemeinderat

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
meine sehr geehrten Kolleginnen und Kollegen,

wir sollten keine Angst vor neuen Visionen und zukünftigen gemeinsamen Vorstellungen haben, wir sollten mit Mut und Selbstbewußtsein in diese Debatte hineingehen und den Vergleich mit anderen Städten nicht scheuen, wir haben viel zu bieten, mehr als die anderen und wir sind gut in verschiedensten Feldern des zivilen Stadtlebens und wir sind gut in der Zukunftsentwicklung eines Stadtbildes und müssen keine Konkurrenzen scheuen. Und künstlerisch sind wir gut ausgestattet und statten uns noch weiter aus, sodass die Stadt der Künste sich weiter entwickeln kann, wenn wir das wollen. Das einzige, was uns hindern und hemmen kann, ist unsere eigene Unzulänglichkeit im Umgang mit Macht und Wirklichkeit. Politik und Gemeinderat müssen lernen, ihre eigenen Profilierungen zugunsten eines gemeinsamen Ganzen zurückzustellen, das wird die schwierigste Aufgabe sein. Aber nur so ist der Bevölkerung zu vermitteln, dass es hier um etwas ganz Neues geht, das alle angeht und nicht nur einen Teil. Die Freiburger waren schon immer selbstbewußt, nicht nur, dass sie ihre Zähringer aus der Burg verjagt oder früh die Bürgerrechte proklamiert haben, wir haben auch den ältesten Gemeinderat in Deutschland, an der Freiburger Universität wurden die ersten Frauen zugelassen, und, meine Damen und Herren, die Freiburger Bürgerinnen und Bürger haben das Münster gebaut mittels Stiftungen, wer ein solches Münster bauen kann, der kann auch Kulturhautstadt Europas werden.

Wer jetzt behauptet, das sind wir doch alles schon, dem kann ich nur sagen, diesen eingeschränkten Blick auf die Kultur unserer Stadt teile ich nicht. Es geht eben nicht nur um die Aufwertung der Kunst in der Stadt, es geht hier um eine neue Art von Stadtkultur, von europäischem zivilen Leben, das die neuen Herausforderungen des 21. Jdh auf seine Fahnen schreibt. Und das haben wir noch nicht ganz geschafft!! Und unter uns: Kürzlich konnte man bei der FDP lesen, manch einer wolle sich mit dem Titel der Kulturhauptstadt schmücken, es wären schon Millionen nötig in der Bewerbungsphase und es wären Millionengräber bei einem Gewinn des Titels vorprogrammiert. Schauen Sie doch in die Geschichte der Kulturhauptstädte,  der Titelgewinn einer Kulturhauptstadt Europas hat manche Städte total umgekrempelt, schauen Sie nach Essen, „Kultur durch Wandel, Wandel durch Kultur“, das ist das diesjährige Motto, da sind enorme Entwicklungen passiert und Essen mußte von 60 Millionen Gesamtkosten nur 6 Millionen bezahlen, außerdem müssen diese Zahlen ja nicht für uns gelten, also bitte überdenken Sie Ihre Position.
Meine Damen und Herren, ich zähle jetzt auf den gesamten Gemeinderat, eine solche Entscheidung muß von einer deutlichen Mehrheit des Gemeinderats gefällt werden, damit später auch von dort ein Brausen und Sausen in die Stadt und in die Bevölkerung hinausgeht. Eine solche Bewerbung muss die nötige inhaltliche Breite haben und auch Spass machen und möglichst viele müssen von dieser Bewegung ergriffen werden.

Sie, meine Damen und Herren von der CDU sind doch die Partei der Werte-und Kulturgesellschaft, Ihr Ministerpräsident hat sich bei der Eröffnung des Augustinermuseums mit gutem kunstgeschichtlichem Wissen über die Freiburger Schätze präsentiert, ich höre ein leises und doch beharrliches Zeichen der Zustimmung aus Ihren Worten, Herr Sander und ich denke, wir werden an diesem Thema weiter gemeinsam arbeiten. Und meine Kolleginnnen und Kollegen von der Grünen Fraktion, ich denke, im momentanen Ansatz der Leitidee, wie sie die Konzeptgruppe formuliert hat, ist soviel „Green City“ drin, dass man keinen grünen Filter mehr benötigt, um auf diese Inhalte aufzuspringen, über die Form der Beteiligung in der Bewerbungsphase über  „FreiburgTypisches“ und „Spezielles“ kann man jeder Zeit sprechen.

Auf eine Aussage können wir uns vielleicht jetzt schon einigen, der wieder gewählte Oberbürgermeister, an dieser Stelle meinen Glückwunsch, muss die Sache der Kulturhauptstadt möglichst bald zur Chefsache machen, sonst geht es nicht! Schauen Sie nach Mannheim. Dort hat der Oberbürgermeister seinen Gemeinderat angefeuert und als „primus inter pares“ die Bewerbung mit dem Gemeinderat  zu einem frühen Zeitpunkt beschlossen. Da war die Auseinandersetzung mit dem Thema noch nicht so weit wie bei uns heute. Wir haben bereits einen gut funktionierenden Nachhaltigkeitsrat, da muss jetzt die Kultur ihren Einzug halten oder anders ausgedrückt, dort müssen die Themen der Nachhaltigkeit, wie der Oberbürgermeister sie in der letzten Sitzung referiert hat, zu Themen der Kulturhauptstadtbewerbung gemacht werden und das 15 Punkte Programm des Workshops bietet erste Ansätze für eine solche Weiterentwicklung.

Und jetzt zum vorliegenden ersten Konzeptpapier und zur Vorlage. Ich bin dem Kulturamt und maßgeblich Herrn Könneke und Frau Dürr außerordentlich dankbar, dass sie jetzt ein erstes Konzept und erste Leitideen entwickelt haben in Zusammenhang mit der Konzeptgruppe und den Ämtern der Stadt. Genauso, meine Damen und Herren, wird ein Prozess eingeläutet, indem erst einmal alle zu Wort kommen sollen und können. Und da muss man nicht schon wieder herumkritteln, dies und das, zu unkonkret, nein, es geht erst einmal um eine Idee und die besonderen Ansätze dafür. Und da erscheint mir das wichtigste die Aussage, hier wird die Geschichte Freiburgs weiter erzählt. Es geht einfach um die Verschiebung der Begrifflichkeiten: Kultur in der Stadt wird zu Kultur der Stadt. Dieser Weg sagt bereits alles. Es geht hier um eine neue Einheit von Ökostadt, Kulturstadt, Wissenschaftsstadt, Kunststadt, Bürgerstadt, soziale Stadt, trinationale Stadt, Nachhaltigkeitsstadt, Sportstadt, Musikstadt, Literaturstadt, usw. es geht um nachhaltige einende Prozesse und nicht um einzelne Profilierung, es geht um das Profil der Stadt im europäischen Kontex, es geht um eine neue Form der Bürgerstadt, erweitert dann um das Europa der Regionen. Wir haben unsere Potentiale bei weitem noch nicht ausgeschöpft, lassen Sie uns daran weiter denken in einem gemeinsamen Prozeß, der dann später auch konkrete Projekte entwickelt, Projekte der Bürgerbeteiligung, Projekte der verschiedenen Kulturen, Projekte der Ökologischen Weiterentwicklung, Pojekte der Wissensgesellschaft, Projekte des öffentlichen Verkehrs, Häuser wie die Stadthalle oder die Güterbahnhalle, Platzgestaltungen wie der Platz der alten Synagoge und Innenstadtkonzepte, die Rotteckringgestaltung und die Schlossbergnase, vielleicht dort ein neues Museum für die zeitgenössiche Kunst, wenn das Augustinermueseum beendet ist. Das alles umfaßt die Bewerbung Freiburgs zur Kulturhauptstadt 2020, die uns für die nächsten vier Jahre eine fruchtbare gemeinsame Diskussion bescheren wird über unsere städtische Situation und über unsere gemeinsamen Ziele. Und das trotz angespannter Haushaltslage. Auch für die Finanzierung wird sich ein Dreh ergeben, vorausgesetzt, wir wollen es angehen! Wir hören ja auch nicht auf, Politik zu machen! In diesem Sinn wünsche ich uns einen guten gemeinsamen Weg!


wir sollten keine Angst vor neuen Visionen und zukünftigen gemeinsamen Vorstellungen haben, wir sollten mit Mut und Selbstbewußtsein in diese Debatte hineingehen und den Vergleich mit anderen Städten nicht scheuen, wir haben viel zu bieten, mehr als die anderen und wir sind gut in verschiedensten Feldern des zivilen Stadtlebens und wir sind gut in der Zukunftsentwicklung eines Stadtbildes und müssen keine Konkurrenzen scheuen. Und künstlerisch sind wir gut ausgestattet und statten uns noch weiter aus, sodass die Stadt der Künste sich weiter entwickeln kann, wenn wir das wollen. Das einzige, was uns hindern und hemmen kann, ist unsere eigene Unzulänglichkeit im Umgang mit Macht und Wirklichkeit. Politik und Gemeinderat müssen lernen, ihre eigenen Profilierungen zugunsten eines gemeinsamen Ganzen zurückzustellen, das wird die schwierigste Aufgabe sein. Aber nur so ist der Bevölkerung zu vermitteln, dass es hier um etwas ganz Neues geht, das alle angeht und nicht nur einen Teil. Die Freiburger waren schon immer selbstbewußt, nicht nur, dass sie ihre Zähringer aus der Burg verjagt oder früh die Bürgerrechte proklamiert haben, wir haben auch den ältesten Gemeinderat in Deutschland, an der Freiburger Universität wurden die ersten Frauen zugelassen, und, meine Damen und Herren, die Freiburger Bürgerinnen und Bürger haben das Münster gebaut mittels Stiftungen, wer ein solches Münster bauen kann, der kann auch Kulturhautstadt Europas werden. Und wer jetzt behauptet, das sind wir doch alles schon, dem kann ich nur sagen, diesen eingeschränkten Blick auf die Kultur unserer Stadt teile ich nicht. Es geht eben nicht nur um die Aufwertung der Kunst in der Stadt, es geht hier um eine neue Art von Stadtkultur, von europäischem zivilen Leben, das die neuen Herausforderungen des 21.Jdh auf seine Fahnen schreibt. Und das haben wir noch nicht ganz geschafft.

Und unter uns: Kürzlich konnte man bei der FDP lesen, manch einer wollte sich mit dem Titel der Kulturhauptstadt schmücken, es wären schon Millionen nötig in der Bewerbungsphase und es wären Millionengräber bei einem Gewinn des Titels vorprogrammiert, man solle den Blick weg von wünschenswerten Dingen lenken auf die eigentlichen Hausaufgaben der Zeit. Warum arbeiten Sie hier mit Halbwissen und Polemik? Ist schon wieder Wahlkampf?  Die FDP hat sich kulturpolitisch in der Stadt noch nie profiliert, die Nähe zur Kultur, Herr Evers, ist bei Ihnen leider nur rein räumlicher Natur, nämlich als Nachbar zum Kinder- und Jugendtheater und zum Kunstverein. Schauen Sie doch in die Geschichte der Kulturhauptstädte, wie können sie behaupten, das sei nur Schmückwerk, der Gewinn einer Kulturhauptstadt hat die Städte total umgekrempelt, schauen Sie nach Essen Kultur durch Wandel, Wandel durch Kultur, das sind Entwicklungen und Essen mußte von 60 Millionen nur 6 bezahlen, also bitte überdenken Sie Ihre Position zum Wohle der Stadt.

Nein, meine Damen und Herren, meine Rede sah vor der Wahl wirklich noch anders aus, ich zähle jetzt auf den gesamten Gemeinderat, eine solche Entscheidung muß von einer deutlichen Mehrheit des Gemeinderats gefällt werden, damit später auch von dort ein Brausen und Sausen in die Stadt und in die Bevölkerung hinausgeht. Eine solche Bewerbung muss die nötige inhaltliche Breite haben und auch Spass machen und möglichst viele müssen von dieser Bewegung ergriffen werden. Sie, meine Damen und Herren von der CDU sind doch die Partei der Werte-und Kulturgesellschaft, Ihr Ministerpräsident hat sich bei der Eröffnung des Augustinermuseums mit gutem kunstgeschichtlichem Wissen über die Freiburger Schätze präsentiert, ich höre ein leises und doch beharrliches Zeichen der Zustimmung aus Ihren Worten, Herr Sander und ich denke, wir werden an diesem Thema weiter gemeinsam arbeiten. Und meine Kolleginnnen und Kollegen von der Grünen Fraktion, ich denke, im momentanen Ansatz der Leitidee, wie sie die Konzeptgruppe formuliert hat, ist soviel green City drin, dass man keinen grünen Filter mehr benötigt, um auf diese Inhalte aufzuspringen, über die Form der Beteiligung in der Bewerbungsphase über  „FreiburgTypisches“ und „Spezielles“ kann man jeder Zeit sprechen.

Auf eine Aussage können wir uns vielleicht jetzt schon einigen, der wieder gewählte Oberbürgermeister, an dieser Stelle meinen Glückwunsch, muss die Sache der Kulturhauptstadt zu seiner Herzenssache machen, sonst geht es nicht! Schauen Sie nach Mannheim. Dort hat der Oberbürgermeister seinen Gemeinderat angefeuert und als Primus inter Pares die Bewerbung mit dem Gemeinderat  zu einem frühen Zeitpunkt beschlossen. Da war die Auseinandersetzung mit dem Thema noch nicht so weit wie bei uns heute. Wir haben bereits einen gut funktionierenden Nachhaltigkeitsrat, da muss jetzt die Kultur ihren Einzug halten oder anders ausgedrückt, dort müssen die Themen der Nachhaltigkeit, wie der Oberbürgermeister sie in der letzten Sitzung referiert hat, zu Themen der Kulturhauptstadtbewerbung gemacht werden und das 15 Punkte Programm des Workshops bietet erste Ansätze für eine solche Weiterentwicklung.

Und jetzt zum vorliegenden ersten Konzeptpapier und zur Vorlage. Ich bin dem Kulturamt und maßgeblich Herrn Könneke und Frau Dürr außerordentlich dankbar, dass sie jetzt ein erstes Konzept und erste Leitideen entwickelt haben in Zusammenhang mit der Konzeptgruppe und den Ämtern der Stadt. Genauso, meine Damen und Herren, wird ein Prozess eingeläutet, indem erst einmal alle zu Wort kommen sollen und können. Und da muss man nicht schon wieder herumkritteln, dies und das, zu unkonkret, nein, es geht erst einmal um eine Idee und die besonderen Ansätze dafür. Und da erscheint mir das wichtigste die Aussage, hier wird die Geschichte Freiburgs weiter erzählt. Es geht einfach um die Verschiebung der Begrifflichkeiten: Kultur in der Stadt wird zu Kultur der Stadt. Dieser Weg sagt bereits alles. Es geht hier um eine neue Einheit von Ökostadt, Kulturstadt, Wissenschaftsstadt, Kunststadt, Bürgerstadt, soziale Stadt, trinationale Stadt, Nachhaltigkeitsstadt, Sportstadt, Musikstadt, Literaturstadt, usw. es geht um nachhaltige einende Prozesse und nicht um einzelne Profilierung, es geht um das Profil der Stadt im europäischen Kontex, es geht um eine neue Form der Bürgerstadt, erweitert dann um das Europa der Regionen. Wir haben unsere Potentiale bei weitem noch nicht ausgeschöpft, lassen Sie uns daran weiter denken in einem gemeinsamen Prozeß, der dann später auch konkrete Projekte entwickelt, Projekte der Bürgerbeteiligung, Projekte der verschiedenen Kulturen, Projekte der Ökologischen Weiterentwicklung, Pojekte der Wissensgesellschaft, Projekte des öffentlichen Verkehrs, Häuser wie die Stadthalle oder die Güterbahnhalle, Platzgestaltungen wie der Platz der alten Synagoge und Innenstadtkonzepte, die Rotteckringgestaltung und die Schlossbergnase, vielleicht dort ein neues Museum für die zeitgenössiche Kunst, wenn das Augustinermueseum beendet ist. Das alles umfaßt die Bewerbung Freiburgs zur Kulturhauptstadt 2020, die uns für die nächsten vier Jahre eine fruchtbare gemeinsame Diskussion bescheren wird über unsere städtische Situation und über unsere gemeinsamen Ziele. Und das trotz angespannter Haushaltslage. Auch für die Finanzierung wird sich ein Dreh ergeben, vorausgesetzt, wir wollen es angehen! Wir hören ja auch nicht auf Politik zu machen. In diesem Sinn wünsche ich uns einen guten gemeinsamen Weg!


Atai Keller
27.4.2010