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www.unabhaengige-listen-freiburg.de | 15.12.2018

Klimawandel

22.6.2010 - Rede von Ulrike Schubert im Gemeinderat - Klimawandel

 
1. Der Klimawandel ist nicht mehr aufzuhalten. Vielleicht … dauert es noch etwas,  bis – wie vor Jahrmillionen ----  Palmen und Elefanten im Voralpenland zu sehen sind….
aber die prognostizierten 2 Grad Erhöhung bis 2050 sind dramatisch – ist doch die Zeit bis dorthin nicht einmal ein Wimpernschlag bezogen auf die Erdgeschichte.
Großstädte wie Freiburg – heute noch touristisch beliebt als wärmste Stadt Deutschlands -  sind besonders betroffen – wo vor allem viele Menschen , aber natürlich auch erhebliche Vermögenswerte konzentriert sind , Gerade hier ergibt sich ein immenses Schadenspotenzial bei Hitzeperioden, Unwettern , Stürmen, Überschwemmungen.
 
2. Zeigen die hier geplanten Adaptionsmaßnahmen an diesen Klimawandel für Freiburg ein systematisch - geplantes und nachhaltiges Vorgehen?
Dazu unsererseits kurz 2 Anmerkungen:
1. Diese Vorlage des Oberbürgermeisterbüros zeigt, dass Freiburg bzgl. dringender Adaptionsmaßnahmen doch noch in den Anfängen steckt und dem gern verbreiteten Image einer grünen Stadt hier nicht gerecht wird.
Sicherlich werden gerade auch in der Tabellarischen Darstellung des Dez. I übersichtlich richtige Massnahmen und mögliche Instrumente aufgeführt – allerdings erscheint das alles als Absichtserklärung , deren zeitliche Priorisierung und natürlich auch Finanzierung noch aussteht.
Die Ämter insgesamt führen bisherige Massnahmen auf  und formulieren viele gute Ziele und Notwendigkeiten, einzig das Forstamt plant wirklich konkret ,sogar mit finanziellen Vorgaben .
Dass das Garten und Tiefbauamt zwar angepasste Baumarten für die Zukunft erforderlich hält – sicherlich noch keine Palmen …. - aber keine konkreten Angaben dazu macht – z.b. die Rosskastanie – ist schade.  Ein Zeit-und Kostenplan für eine langsame Veränderung des Baumbestandes der Stadt steht noch aus.
Ja , und die Darlegung z.B. gerade des Amts für Brand- und Katastrophenschutz beruhigt nicht gerade die Nerven, sondern zeigt hier nur allgemeine Bemühungen und Vorbereitungsabsichten - ….
Dass das Landratsamt mit dem Gesundheitsamt einbezogen wurde ist sehr positiv – wir denken, gerade hier sollte bezgl. Adaptionsmaßnahmen die Zusammenarbeit ingesamt intesiviert werden und auf die einzelnen Stadtteile heruntergebrochen werden, auch gerade im Interesse der zukünftigen Kleinkinder und SeniorInnen!
Ingesamt zeigt sich unseres Erachtens bei einigen interessanten Ausnahmen eher ein Stückwerk, als dass das Dezernat I eine Initiative ergriffen hätte , gerade hier mit allen Dezernaten und Ämtern sich zu vernetzen und einen städtischen Gesamtplan – transparent in der zeitlichen Umsetzung für die BürgerInnen – aufzustellen.
2.    Den partizipativen Ansatz – die Stadtteilentwicklungspläne mit einzubeziehen , halten wir für sehr gut, allerdings - nimmt man alle Stadtteile – alle 2 Jahre , dauert dies nach Ansicht der Unabhängigen Listen einfach zu lang,in ca. 25 Jahren wären alle abgearbeitet – dann ist die Klimaerwärmung schon wieder ein Grad weiter.
3.    Deshalb unser Antrag, auf der Grundlage von Mikroklimadaten der einzelnen Stadtteile dort zeitgleich innerhalb des nächsten Jahres die Ergebnisse und das städtische Rahmenkonzept vorzustellen und gemeinsam von BürgerInnen und Verwaltung an die Umsetzung zu gehen.
4.    Angesichts der laufenden Umgestaltungen in der Innenstadt sollte hier vorrangig gehandelt werden!!
Leider haben wir – nur nebenbei – auf unsere Anfrage im letzten Umweltausschuss hin nach grünen Strukturmaßnahmen in der Kernstadt in den letzten 10 Jahren und vor allem – WO in der Innenstadt Adaptionsmaßnahmen vorgesehen oder bereits eingeleitet sindnoch keine schriftliche Antwort erhalten.

Der Antrag der UL heute zielt ab auf einen zeitlich terminierten ersten Maßnahmenkatalog für die nächsten 12 Monate, transparent und nachprüfbar, auf die dringende Einbeziehung der städtischen Gesellschaften , gerade auch der Stadtbau (angepasste Baumassnahmen – z.B. weiße Flachdächer , Strassen und Plätze – dies reduziert bewiesenermaßen durch Rückstrahlung die Hitzebelastung um 80%!,  der badenova , z.B. bzgl. einem tendenziellen kühlenden Tieferlegen der Wasserrohre, der VAG – z.B. zur Begrünung aller Schienenwege , aber warum nicht auch der FWTM im Tourismus und Wirtschaftsbereich !?
Anfänge sind gemacht – auf jeden Fall .
Sieht man von Freiburg mal nach Norden , z.B. NRW mit seinen ausgezeichneten systematisch aufbereiteten„ Handbuch Stadtklima“ des Umweltministeriums NRW -Maßnahmen zur Adaption an den Klimawandel – inklusive tabellarischen Handlungskatalog ….., da kann sich Freiburg eine richtig große Scheibe von abschneiden.
Packen wirs an!
Zum Antrag der Grünen, Punkt 4: Eine Fraktion, die befürwortet, dass über 100 alte Bäume gefällt werden an Rotteck- und Friedrichring – wie Frau Vogel u.a. heute gezählt hat ! – von einer solchen Fraktion kann der Antrag auf 10.000 Bäume so einfach im Gemeinderat nur als Showantrag gewertet werden.
Wir plädieren für die Debatte dieses Vorschlags, den wir ja prinzipiell unterstützen – im nächsten Umweltausschuss.
( Ebenso schlagen wir vor , unseren heute vorliegenden Antrag im Umweltausschuss im Rahmen einer Fachdebatte einzubeziehen )
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

Freiburg, 22.6.2010

Ulrike Schubert
Gemeinderätin