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www.unabhaengige-listen-freiburg.de | 15.12.2018

Eisstadion

Redemanuskript Atai Keller zur GR Sitzung am 19.2. 2013

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, sehr geehrter Herr Sportbürgermeister,
meine verehrten Kolleginnen und Kollegen,
liebe Freundinnen und Freunde des Eissports,

die badische Zeitung übertitelte am 24. Januar gekonnt, „auf in eine neue Eiszeit!“ Das ist durchaus doppeldeutig, denn nicht für jeden ist die Eiszeit eine gute Vorstellung. Davon später mehr!
Ich gebe zu, ich bin kein Eissportfan und war zuletzt als Kind auf dem Eis und dann nie wieder! Ich habe mir unlängst das frostige Vergnügen gegönnt und saß auf einer kalten Plastikschale, um dem wilden Treiben der Mannschaften auf dem Eis  life zuzusehen. Ich saß allerdings nicht lange. Ich wollte vor Ort einen Gesamteindruck bekommen und ich kann es vorwegnehmen, es spricht vieles für eine Verlagerung des Standortes. Das Trommeln der Fans und die lautstarke Unterstützung sind sicher nicht jedermanns Geschmack als Untermalung beim nächtlichen Fernseh-Tatort in den nächsten umliegenden Wohnzimmern. Und diese Nachbarschaft geht bereits schon in die 2. Generation.

Das EHC-LIVE-Magazin heißt im Untertitel: „offizielles Magazin für Eishockeykultur“. Das ist bemerkenswert! Das Schlittschuhfahren in Freiburg ist kein Massensport, aber sollten 40.000 gezählte Publikumsläufe aller Altersklassen pro Jahr in ihrem gesunden und spaßigem Freizeitverhalten nicht eben doch Gehör mit ihrem Verlangen nach guten und modernen Bedingungen für den Schlittschulauf in der Stadt finden. Das ist die größte Nutzergruppe, neben den Schülerinnen und Schülern, den Sportgruppen und dann erst der EHC. Das Schreiben des EHC vom Mai letzten Jahres und die Belegpläne zeigt die verschiedene Nutzung eindrucksoll auf. Wenn wir uns das leisten können, - und momentan können wir uns ja wohl einiges leisten, -  vor allem mit Gegenfinazierungen durch Wohnungsbau, dann sollten wir dieser not-gestützten, Wind durchzogenen, schalldurchlässigen Hallenkonstruktion aus dem Jahre 1969 ein gut geplantes und sicheres Ende bescheren und damit dem Eissport in Freiburg als Schwarzwaldmetrpole zu weiterem Erfolg und neuem Publikum verhelfen Eine Sommernutzung bietet dann in der Halle auch andere Möglichkeiten, die Führung des EHC scheint jetzt gut aufgestellt und bereit für neue Verantwortlichkeiten.

Doch halt, dieser Meinung sind lange nicht alle in unserer Fraktion, deswegen werden wir auch unterschiedlich abstimmen werden. Herr Guzzoni wird sich dazu noch in einer zweiten Runde äußern. In der Tat läßt sich der Sachverhalt auch anders darstellen und das führt dann auch zu einer anderen Bewertung. Warum jetzt schon der explizite Abschied von der alten Halle ohne neuen Standort? Gibt es Nutzungskonflikte an anderen Standorten? Was ist mit einer Kostendeckelung? Soll die Stadtbau wirkich die Planung übernehmen? Wo liegt eigentlich deren  Erfahrung auf diesem Gebiet und wo der Mehrwert einer solchen Konstruktion? Zweckbau oder Architektur-Wettbewerb?

Mögliche Synergien mit einem noch in der Entscheidung stehenden Fußballstadion sollten ebenso Berücksichtigung finden, wie auch eine angebaute Sporthalle für Inliner und Rollstuhlfahrer, die wollen wir unbedingt geprüft haben. Auch birgt eine mögliche Gegenfinazierung mit Wohnungsbau noch etliche Unklarheiten. Ob die jetzige Variante eines Neubaus sogar  mit der Fertigstellung der Freiburger Westarkaden zusammenhängt, bleibt dahingestellt, eines ist jedoch sicher: Welches Baugebiet zukünftig dort zur Verfügung steht, ist noch lange nicht ausgemacht und ob der angrenzende Sportplatz erhalten bleibt, scheint unsicherer denn je und macht die Unterstützung der Vorlage für manche(n) schwierig. Allerdings: Eine Wohnbebauung in dieser schandigen Dichte wie bei den sogenannten Westarkaden, das macht einfach Angst, um es deutlich zu sagen!

Es gibt also, wie eingangs gesagt, für diese  Eiszeit verschiedene Vorstellungen!!
Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit.