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www.unabhaengige-listen-freiburg.de | 11.12.2018

Umbau des Augustinermuseums

PE vom 3. Dezember 2004

Die Kulturliste Freiburg fühlt sich nach der gestern kurzfristig anberaumten Diskussion über den Umbau des Augustinermuseums  im Kulturausschuss in ihren Vorbehalten dem Entwurf von Herrn Prof.Mäckler gegenüber bestätigt:
- Das Raumkonzept hat erhebliche Mängel und ist unflexibel. Das Einziehen von Betonwänden für die Münsterfiguren und die Wasserspeier zerstört die mögliche Größe eines einzigartigen Kirchenraumes als Ausstellungsraum.
- OB Salomon selbst gebrauchte in der Augustinerkommission den Begriff Münstermuseum. Wir brauchen in Freiburg kein Münstermuseum, sonder ein modernes zentrales Museum, das den Anforderungen des 21. Jhd. genügt. Das kann aber kein Kirchenmuseum sein, sondern muss ein variables räumlich interessantes Haus sein, in dem nicht mystische Anwandlungen der Besucher eine Rolle spielen sollen, sondern die Besucher sinnlich erfahrbare Eindrücke aus der Vergangenheit in lebendige Zusammenhänge stellen und für ihre Zukunft mitnehmen.  
- Wir sind ferner der Meinung, dass das von der Stadt Freiburg für 70.000.- Euro in Auftrag gegebene Museumsgutachten nicht das Augustinermuseum in seiner Struktur und Ausdehnung einfach aussparen kann. Von großer Bedeutung ist doch das Ergebnis des Gutachtens dann, wenn das Gutachten zum Schluss käme, in Freiburg müssten ein bis zwei Museen geschlossen werden. Niemand wird behaupten, dass so ein Ergebnis nicht Auswirkungen auf die räumlichen Überlegungen im Augustinermuseum hätte. Demnach gilt es jetzt, das Museumsgutachten abzuwarten und dann in den Planungen fortzufahren. Die bereits zugesagten Mittel sind nach unserer Information nach auch ein Jahr später noch abrufbar.

Die Kulturliste fordert unter den gegebenen Umständen der Haushaltssituation und des in Auftrag gegebenen Museumsgutachtens ein Moratorium und einen Aufschub der Planungen für das Augustinermuseum bis zum Erscheinen des Gutachtens.

Die Kulturliste merkt ferner an, dass der Zustand einer fehlenden Direktorenposition für das Augustinermuseum für das offene Konzept eines neuen Augustinermuseums und einer neuen Museumsplanung nicht förderlich ist. Eigentlich hätte längst ein neuer Leiter oder eine neue Leiterin die weiteren Geschicke des Augustinermuseums begleiten und den Umbau zu seiner Aufgabe machen müssen. Hier wird offensichtlich jedoch auf das Gutachten gewartet, um dann vielleicht eine völlig neue personelle und räumliche Museumsstruktur in Freiburg zu planen, die das Augustinermuseum räumlich aussparen soll, das dann für 9.5 Mil. Euro bereits sich im Umbau befindet. Angesichts dieser großen Investitionssumme, die auf absehbare Zeit in dieser Dimension einmalig in die kulturelle Entwicklung der Stadt Freiburg gesteckt wird und angesichts der äußerst angespannten Haushaltslage (andere Kulturprojekte werden auf null gekürzt oder haben keine Chance auf weitere Entwicklung) sollte man erwarten, dass dieses Vorhaben eines zentralen Museums sorgfältig und mit großem Blick in die Zukunft auch auf die vielen jungen Museumsbesucher geplant wird. Das ist unserer Meinung nach nicht der Fall.

Atai Keller, Paul Bert