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www.unabhaengige-listen-freiburg.de | 10.12.2018

Freiburg braucht dringend ein Festivalkonzept

PE vom 20. Oktober 2006

ZMF pleite und damit beendet
Theaterfestival 2008 ausgesetzt
Filmforum 2007 ausgesetzt
Jazzfestival 2007 1/3 gekürzt
Tanzfestival 2007 gekürzt
Figurentheaterfestival gestrichen

Anläßlich einer alarmierenden Entwicklung bei Freiburgs renommierten Festivals und dem Vorhaben der Verwaltung, die Festivals im nächsten Doppelhaushalt massiv zu kürzen oder gar zu streichen (aussetzen ist auch streichen) fordert Stadtrat Atai Keller, Unabhängige Listen-Kulturliste, dringend eine öffentliche  Debatte über die zukünftige Ausgestaltung der Freiburger Festivals und deren Struktur. "Es kann nicht angehen, dass das alles hinter verschlossenen Türen verhandelt wird". "Freiburg als Kulturstadt braucht weiterhin den Anschluss an die internationale Szene, sowohl im Tanz, als auch im Theater und in der Jazzmusik und den garantieren die Festivals". Wenn das nicht gewünscht wird, soll die Verwaltung das offen sagen. Diese Festivals leisten große Dienste für das Kulturleben der Stadt und bekommen im Verhältnis dazu schon jetzt zu wenig Geld. Auf das in der Diskussion sich befindende Kulturkonzept kann nicht gewartet werden, die Debatte über die Leitlinien ist jetzt gerade erst eröffnet worden, ein Festival-Konzept für die Stadt Freiburg muss jetzt für den nächsten Doppelhaushalt erarbeitet und dem Kulturausschuss vorgelegt werden, da hilft keine Verdrängungsarbeit der Kulturverwaltung!

Die Verlagerung der Organsiation des Jazzfestivals vom Kulturamt an das E-Werk und das inzwischen pleite gegangene ZMF wirft weitere Fragen nach der Organisation für das nächste Jahr auf. Außerdem soll das Jazzfestival nächstes Jahr 10.000.- Euro weniger bekommen. Aus dem E-Werk ist zu hören, damit sei kein internationales Jazzfestival mehr zu stemmen.

Das traditionsreiche zweijährige Theaterfestival - 2006 sehr erfolgreich unter dem Thema "Glauben" vom Theater im Marienbad durchgeführt - soll für 2008 einfach ausgesetzt werden und läuft damit Gefahr heimlich abgeräumt zu werden, ähnlich das Filmforum 2007 beim Kommnalen Kino als einzigartiges themenbezogenes Fimfest der Region, das Tanzfestival Neuer Tanz - beim letzten Doppelhaushalt einschneidend gekürzt - soll nochmals gekürzt werden und verliert damit an Qualität und Ausstrahlung.  

Die Stadt Freiburg muss sich der Konsequenzen bewußt sein, welche provinzialisiernde Tendenzen diese Maßnahmen nach sich ziehen. Ich fordere die Veraltung dringend auf, die einzelnen Festivals nach Organisationspartnern abzuklopfen und die entsprechenden Personen an einen Tisch zu rufen. Die neue Intendantin Barbara Mundel ist mit ihrem innovativen Theater- und Tanzkonzept eine äußerst geeignete Ansprechpartnerin für Kooperationen in diesen Bereichen. Außer Frage steht bei allen Festivals die verstärkte Einbeziehung von Sponsorenmitteln und Stiftungsgeldern, aber dazu braucht es einen soliden Grundstock an finanzieller Ausstattung, die ist in keinem Falle der erwähnten Festivals noch weiter zu kürzen.
                

Atai Keller