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www.unabhaengige-listen-freiburg.de | 06.12.2019

Gemeindeparlament in der NS-Zeit

Herrn Oberbürgermeister
Dr. Dieter Salomon

per Fax 201-1199

Freiburg, 10.5.2005

Antrag zu TOP 1 der Sitzung des Gemeinderats am 10.5.2005
Aufarbeitung der Geschichte des Freiburger Gemeinderats in der Zeit von 1933-1945

Der Gemeinderat möge beschließen:

Der Gemeinderat möchte sich seiner Geschichte und seinem Anteil an der Durchsetzung des Nationalsozialismus in Freiburg stellen. Der Gemeinderat beauftragt die Verwaltung, in geeigneter Form einen umfassenden Bericht über die Rolle des damaligen Gemeindeparlamentes in der NS-Zeit vorzulegen.

Begründung:

Die „Geschichte der Stadt Freiburg“ (Bd. 3) enthält bereits einige bedrückende Belege dafür, in welcher Weise auch Stadtrat und Stadtverwaltung durch eine Mischung von Unterdrückung und Gefügigkeit zu gleichgeschalteten Machtorganen des NS-Staates wurden. Am Morgen des 6. März hisste eine SA-Abordnung entgegen eines Verbotes das Hakenkreuz-Banner auf dem Rathaus. Das konnte ebenso ungestört geschehen wie wenig später am 20. März 1933 nach der Festnahme führender KPD-Funktionäre die In-Schutzhaftnahme sämtlicher Stadträte der SPD. An anderer Stelle notiert die Freiburger Stadtgeschichte: „Simon Strauß, der Inhaber des Freiburger Modehauses Maier in der Schusterstraße 26, war bei der ersten Sitzung des neuen Bürgerausschusses am 10. Mai 1933 anwesend. Weil er sich nicht von seinem Sitz erhob, als Hindenburg, Hitler und Gauleiter Wagner zu Ehrenbürgern der Stadt erklärt wurden, kam er in Schutzhaft.

gez. Michael Moos
Fraktionsvorsitzender