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www.unabhaengige-listen-freiburg.de | 17.12.2018

Kiez ist Heimat

20. Juni 2014 - Amtsblatt - 626

Wohnungslage weiterhin sehr angespannt Trotz des Handlungsprogramms Wohnen, des wieder eingeführten Zweckentfremdungsverbots und einer regen Bautätigkeit verschärft sich die Situation am Freiburger Wohnungsmarkt weiterhin. Für bezahlbaren Wohnraum fordert die UL einen Bestands- und Milieuschutz.

Der Trend zu zeitgenössischen Lebensformen wie z.B. generationenübergreifendes Wohnen zielt dahin, wieder mehr in den städtischen Zentren zu leben und zu arbeiten. Erwünscht ist ein urbaner Lebensmittelpunkt, zugleich aber auch ein bisschen grün-ökologisch mit City-Gardening. Wohnung, Kita und Job in Fahrradnähe sind angesagt, was schlicht nichts anderes bedeutet, als Leben und Arbeiten im eigenen Kiez oder in geringer Entfernung.
Wo ist das in Freiburg noch möglich? Die Nachfrage nach geeignetem Wohnraum ist wesentlich größer als das Angebot. Als logische Folge steigen die Mietpreise.

Davon betroffen sind heute vorwiegend jüngere Menschen und Familien, die auf kurze Wege zwischen Arbeit und Kita angewiesen sind. Sie sind zwangsläufig einem Verarmungsrisiko ausgesetzt, da häufig mehr als die Hälfte des Einkommens für Miete aufgewendet werden muss. Welche Familie mit durchschnittlichem Einkommen kann es sich schon leisten, eine Quadratmetermiete von 10 Euro zu zahlen? Ein Viertel des durchschnittlichen Einkommens sollte ausreichen.

Der Bedarf an großen, bezahlbaren Wohnungen für Familien mit Kindern und kleinen, barrierefreien Wohnungen für ältere Generationen ist riesig. Die politische Lösung muss sein, die geförderten Wohnbaumaßnahmen mehr zu forcieren bei gleichzeitiger Unterbindung der Mietpreissteigerungen bei Wiedervermietungen – wie auch vom Gesetzgeber geplant.

Es hat sich eingependelt, dass vermögende ältere Menschen gerne auch weiterhin in ihren großen Wohnungen verbleiben, obwohl die Kinder bereits das Haus verlassen haben. Diesem sogenannten „Beharrungseffekt“ sollte ein attraktiver Anreiz geschaffen werden, um dem entgegenzuwirken. Der Umzug in eine kleinere, aber barrierefreie Wohnung würde dadurch anziehender, wenn diese in der vertrauten Nachbarschaft liegt, eben im bekannten, eigenen Quartier. Auf diesem Weg würde auch der dringend benötigte Wohnraum für Familien mit Kindern freigegeben und letztendlich einer weiteren Mietpreisverschärfung Einhalt geboten. Es ist eine alte Forderung der UL, einen guten, ausgewogenen Mix verschiedener Lebenslagen und Kulturen in den Quartieren zu erreichen.