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www.unabhaengige-listen-freiburg.de | 17.12.2018

Noch mehr Bildungschaos durch Werkrealschule

18. Dezember 2009 - Amtsblatt 518 -

Das war ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung: auf Initiative der UL beschloss der Gemeinderat, die Einrichtung einer Modellschule für „gemeinsames längeres lernen“ in Freiburg zu beantragen.

Wer sich mit der immer weiter auseinanderdriftenden Gesellschaft, mit der sozialen und kulturellen Ausgrenzung vieler MitbürgerInnen nicht abfinden will, kann nicht anders, als dem Aussortieren von Kindern nach der vierten Klasse ernsthaft den Kampf anzusagen. Das „drei- gliedrige Schulsystem“ produziert Verlierer, stempelt junge Menschen als Versager ab und widerspricht dem Ziel eines solidarischen, gleichberechtigten Miteinanders aller. Leider sind manchen diese Einsichten noch fremd. Sie geben sich nicht damit zufrieden, das Auslaufmodell „dreigliedriges Schulwesen“ zu erhalten. Mit der Neuen Werkrealschule (NWRS) stocken sie zum „viergliedriges System“ auf – mit der Aussicht auf noch mehr Versager und noch mehr Bildungschaos.

Viele haben den Schaden erkannt, den die NWRS bringen würde und die Kommunen davor gewarnt, jetzt sofort, unter Zeitdruck die von der CDU/FDP Landesregierung geforderten Anträge auf NWRS zu stellen: Landeselternbeirat, die Initiativen „länger-gemeinsam-lernen“ und „Schule mit Zukunft“, der „Arbeitskreis Gesamtelternbeiräte BW“, der baden-württemberg. Handwerkstag, VBE und GEW, die Schulexpertin der Grünen, Renate Rastätter und 1500 Lehrkräfte des neuen Schulamtsbereichs Freiburg. In Ravensburg erreichten die SPD, Grüne, eine Bürgerliste und Einzelne aus CDU und FW im Sinne dieser ExpertInnen die Ablehnung der NWRS für die Stadt und feierten ihren Erfolg als wichtiges Zeichen für das „länger gemeinsam lernen“. Dem Druck aus Stuttgart nachzugeben hätte, so ihre Einsicht, die Bemühungen für ein gerechteres Schulsystem torpediert.

Es ist mehr als ärgerlich, dass in Freiburg SPD und Grüne, entgegen ihrer verbalen Kritik an der NWRS den Engagierten für „längeres gemeinsames lernen“ in den Rücken fallen und ohne Not das Projekt der Landesregierung glaubten durchsetzen zu müssen. Für die grüne Bürgermeisterin Stuchlik gar ist die NWRS „ein Zwischenschritt auf dem Weg zum längeren gemeinsamen lernen“. Unser Ziel bleibt es trotzdem, in Freiburg die Abhängigkeit des Bildungserfolgs vom Geldbeutel der Eltern ganz konkret abzubauen.