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www.unabhaengige-listen-freiburg.de | 17.12.2018

Ein Theater für Alle

26. Februar 2010 - Amtsblatt - 522 -

Unser Stadttheater hat sich in den letzten Jahren zu einem zentralen kulturellen und politischen Mittelpunkt Freiburgs entwickelt. Vor allem der Intendantin, Barbara Mundel, aber auch ihrer großartigen Crew sei Dank für eine Öffnung des Theaters in die ganze Stadt. Dies war unserer Fraktion immer ein großes Anliegen und findet unsere volle Unterstützung.
Erstmals gelingt es durch neue und differenziertere Angebote ein Publikum aus allen Bevölkerungsschichten anzusprechen. Die monatliche Reihe „Capitalism now“ z.B. befasst sich seit langem mit der Frage, wie ein bedingungsloses Grundeinkommen machbar und ob es ein Ausweg wäre, nicht nur für Menschen, die ohne Erwerbs-arbeit zur Untätigkeit verdammt scheinen und am staatliche Tropf hängen, sondern auch für all jene, deren Kreativität brach liegt, weil diese Gesellschaft ihre Ressourcen scheinbar nicht erkennt oder braucht. Seit der Mittelstand dank Hartz IV um Arbeit und Ersparnisse bangen muss, geht diese Frage längst nicht nur Randgruppen an.

Stücke wie „Die Bettleroper“, mit und über wohnungslose Menschen oder „Carmen now“ unter Mitwirkung von Freiburger jungen Roma sind beispielhaft für gelungene Versuche, Kreativität zu wecken und Ausblicke für Leute in prekären Lebenslagen zu bieten. Solches sehen sich Menschen an, die ihr Leben lang kein Theater betreten haben, aber sie lassen auch das gängige Publikum an ihnen unbekannten Erfahrungen teilhaben.

Die UL bestärkt das Theater ausdrücklich in dieser demokratischen Ausrichtung, sich nicht mehr nur als Institution für das Bildungsbürgertum sondern für alle Schichten und Generationen zu begreifen. Dazu gehört vor allem der Schwerpunkt der Theater-arbeit mit Kindern und Jugendlichen aus ganz Freiburg  Sie haben damit die Möglichkeit, sich in den verschiedenen Sparten auszuprobieren, sich besser kennen und zudem spielerisch Disziplin zu lernen. Auch die Besucher/innenzahl von 25 % Jugendlichen spricht für sich. Durch die Neuregelung mit der Theaterkarte freie Fahrt bei der VAG, wurden die Eintrittspreise durch den Gemeinderat jetzt erhöht. Umso logischer war es für uns, die Beibehaltung ermäßigter Eintrittspreise für diese Gruppe zu beantragen, leider vergebens. Immerhin gelang es uns, die Karten zu 3,50 für diejenigen mit „FreiburgPass“ (Grundsicherung + Hartz IV) zu belassen. Bisher wird dieses Angebot noch zu wenigen genutzt, durch das Kombi-Ticket könnte sich das ändern – sei es nur für die günstigere Fahrt.