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www.unabhaengige-listen-freiburg.de | 17.12.2018

Superfrau gesucht

29. Juli 2013 - Amtsblatt - 604

Seit Februar diesen Jahres ist die Stelle zur Gleichberechtigung der Frau vakant, ein Umstand der die Freiburger Frauenorganisationen zunehmend nervös macht.   Galt doch Frauenpolitik vor gar nicht so langer Zeit als ziemlich „unsexy“. Dieser Zeitgeist, gepaart mit anhaltenden Konflikten der damaligen Akteurinnen, mach­te es vor 10 Jahren leicht, die Stelle anzugreifen, personell zu halbieren und ins politische Abseits zu befördern.

Jetzt steht die Wiederbesetzung – zumal so kurz vor den Kommunalwah­len im Mai 2014 –  politisch außer Frage: eine Frau wird gebraucht, die partei­isch für Frauen und Fraueninteressen eintritt. Das bekräftigten Stadträtinnen al­ler Fraktionen und der Oberbürgermeister Anfang Juli gegenüber zahlreichen Vertreterinnen Freiburger Fraueninstitutionen und -organisationen. Deutlich wurde in diesem Gespräch aber auch, wie hoch die Erwartungen aller inzwischen sind. Keine der Bewerberinnen auf die erste Stellenausschreibung konnte sie er­füllen, so dass sich die Stadt nach der öffentlichen Diskussion über das Anforde­rungsprofil jetzt erneut auf die Suche nach der „Superfrau“ begibt.

Die neue Frauenbeauftragte soll neben der Fortführung von alt Bewähr­tem die aktuellen politischen Anliegen der Freiburger Bürgerinnen und ihrer Or­ganisationen aufgreifen, gemeinsam mit ihnen Umsetzungsmöglichkeiten erar­beiten und in der Stadtverwaltung und im Gemeinderat durchsetzen. Dazu be­darf es einer guten Zusammenarbeit mit den Ämtern und allen Fraktionen. Ver­stärkt kümmern muss sich „die Neue“ um die Beseitigung der Benachteiligungen von Migrantinnen, um die Mädchen, die  unter dem Druck surrealer Rollenbilder aus der Werbung aufwachsen müssen, um die zunehmende Altersarmut von Frauen und schließlich sollte sie auch einen Zugang zu den Lebenslagen der jun­gen Frauen und der Studentinnen in der Stadt finden.
    
Große Schritte vorwärts versprechen sich alle von einer engen Kooperation mit der Kontaktstelle Frau und Beruf und der Geschäftsstelle Gender Mainstreaming aufgrund vielfacher Themenüberschneidungen. Die Voraussetzung - eine räumliche Nähe dieser drei Stellen im alten Rathaus - wird demnächst geschaffen. Gute Chan­cen auch dafür, die Federführung in der Umsetzung der EU-Charta zur Gleichstel­lung von Frauen und Männern auf lokaler Ebene zu übernehmen, die aufgrund unserer Initiative 2012 unterzeichnet wurde.

Hohe Erwartungen – hohes Gehalt? Fehlanzeige! Aber wir arbeiten dran…

Irene Vogel