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www.unabhaengige-listen-freiburg.de | 11.12.2018

Sozialticket für Freiburg – Eine Stadt für Alle!

4. Mai 2016 - Amtsblatt - 671

Es sieht ganz so aus, als ob Freiburg nach rund 10 Jahren Diskussion ein Sozialticket bekommt, als letzte Großstadt in Baden-Württemberg. Nach all den Abstimmungsniederlagen der vergangenen Jahre sollte aber erst gefeiert werden, wenn am 10. Mai im Gemeinderat das Sozialticket beschlossen ist. Die CDU plant wohl eine Vertagung auf die Haushaltsberatungen nächstes Jahr - völlig inakzeptabel für die vielen Tausend Menschen in Freiburg, die seit Jahren vertröstet werden. Die Grünen hatten sich zuletzt – um Geld zu sparen – allein für die 50% Rabattierung der 2x4 Mehrfahrtenkarte pro Monat (8 Fahrten) ohne die Alternative Regiokarte ausgesprochen, was aber nach der Kostenschätzung der Verwaltung kaum billiger kommt als die von der Verwaltung vorgeschlagenen Variante 3 : danach können die Anspruchsberechtigten alternativ eine nicht übertragbare Regiokarte für 32,50 € (nächste Preiserhöhung des RVF bereits eingerechnet) oder eine 2x4 Mehrfahrtenkarte pro Monat für 8,05 € erwerben können. Diese Variante 3 ist ein Einstieg in ein Sozialticket, ein Kompromiss unter den antragstellenden Fraktionen, vielleicht jetzt doch mit den Stimmen der Grünen?  Die von der Verwaltung geschätzten Kosten für den Haushalt (ohne Berücksichtigung des Rückflusses bei Neukunden für die VAG) belaufen sich auf 0,9 - 2,2 Mio. €/Jahr. Wem hilft ein Sozialticket? Z.B. der Verkäuferin, die so wenig verdient, dass sie mit Hartz IV aufstocken muss, dem Rentner, der nicht täglich, aber einige Male im Monat zum Arzt in die Stadt fahren muss, dem Asylbewerber, der zum Sprachkurs muss, dem Geringverdiener, der Wohngeld bekommt – insgesamt über 25.000 Menschen in Freiburg. Und der große Rest der Stadtbevölkerung? Dem kann es nicht egal sein, unter welchen Bedingungen die Ärmeren in dieser Stadt leben, ob diese sich als Teil einer solidarischen Stadtgemeinschaft empfinden können oder als hoffnungslos abgehängte, für die sich der Rest nicht interessiert. Da kann ein Sozialticket ein wichtiger Schritt unter vielen anderen notwendigen sein.

Michael Moos