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www.unabhaengige-listen-freiburg.de | 17.12.2018

Anne Will sei Dank....

Amtsblatt 464, 29. September 2007

erkennt nun auch die Grüne Fraktion an, dass Hartz IV vorne und hinten nicht zum Leben reicht. Die Moderatorin und Christiansen-Nachfolgerin hatte zum Talk am Sonntagabend geladen, Thema u.a. Kinderarmut. Konkret ging es darum, dass der Regelsatz von 2 Euro 80 zur Ernährung von Kindern in Hartz IV-Haushalten nicht ausreicht, wenn ein Schulmittagessen schon 3,50 € kostet. Nun fordern die Grünen ein gesponsertes Ein-Euro-Mittagessen für diejenigen, die Ganztagsschulen besuchen. Da, so die Begründung, gehört das gemeinsame Essen nämlich zum Pädagogischen Konzept. Aber was ist mit den vielen, die eine KiTa oder einen Hort besuchen? Für sie und die große Mehrheit der Schüler/innen, die immer noch in die Halbtagsschule gehen, gibt es keine Grüne Forderung. Liegt das daran, dass es nicht öffentlich ist, sondern in den eigenen vier Wänden bleibt, ob und was auf ihren Mittagstisch kommt? Oder ist die Pädagogik wichtiger, als ausreichende und gesunde Ernährung für alle 4537 Freiburger Kinder in Hartz IV? Oder wird es unrealistisch diese große Not durch Sponsoring zu finanzieren und müsste gar die Stadt wieder eine „freiwillige Leistung“ erbringen. Damit wäre ein politischen Eingeständnis verbunden, denn Schwarz-Grün hat erst 2004 einen solchen Zuschuss im Haushalt gestrichen.

Mit dem monatliche Regelsatz von 208 € für ein Kind wird auch die Schulausstattung eines Erstklässlers, die Klassenfahrt oder Schüler-Regiokarte, zum Problem. An modische Kleidung, Kultur- Sportangebote ist gar nicht zu denken. Besonders existenziell: die vorgeschriebene Höchstmiete von 5,62 € pro qm für eine Wohnung ist für viele zu niedrig angesetzt. 1100 Haushalte stehen seitens der ARGE unter Druck, sich günstigere Wohnungen zu suchen. Wer nicht ununterbrochen Bemühun-gen nachweist, muss die Differenz zum Höchstsatz aus 345 € für Lebensunterhalt bestreiten. Kaum vorstellbar, welche Ängste der Zwang zum Umzug auslösen und welche Frustration es für die Betroffenen bedeutet sich permanent auf die aussichtslose Suche nach günstigeren Wohnungen machen zu müssen. Ein städtischer Vorschlag zur längst fälligen Anhebung der Mietobergrenze liegt nun vor. Aber er trägt der Situation auf dem Freiburger Wohnungsmarkt nicht ausreichend Rechnung. Ziel muss vor allem sein, dass nicht weiter Druck auf die betroffenen Haushalte ausgeübt wird.