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www.unabhaengige-listen-freiburg.de | 17.12.2018

UL fordert Regio - Sozialticket für Bus & Bahn

Amtsblatt 486, 28. August 2008

Zum August 2008 wurde die RegioKarte auf Beschluss der Gemeinderatsmehrheit um 3,4% teurer, mehr sogar als laut ZRF - Inflationsrate 2008 nötig wäre, schließlich hält man dieses Reizthema aus den Kommunalwahlen 2009 lieber heraus. Seit der Einführung 1991 stieg der Preis um stattliche 81 % von 25,50 auf nun 45,50 Euro. Diese Tariferhöhung ist angesichts der Klimaschutzziele der Stadt und der „StattAuto“ - Umsteigeparolen der VAG das völlig falsche Signal. Vor allem aber wirkt sie zunehmend sozial ausgrenzend für mehr als 20.000 Freiburger Bürgerinnen und Bürger, die in Armut leben müssen. Der Regelsatz für Bezieher/innen von ALG II, Sozialgeld und Grundsicherung im Alter, bewusst weit unterhalb der offiziellen Armutsgrenze festgesetzt, reicht - egal wie Frau oder Mann es auch wendet - für ein menschenwürdiges Leben nicht aus. Waren schon bisher gesundes Essen, kulturelle, sportliche und soziale Aktivitäten ein kaum zu verwirklichender Luxus, drohen ab kommendem Winter noch längere Schlangen bei der „Tafel“, kalte Wohnungen, noch mehr Stromsperren wegen Zahlungsrückständen. 14,11 Euro sieht der Regelsatz monatlich vor für das „Recht auf Mobilität" mit Bus, Straßenbahn, Bahn: 3 VAG -Fahrten hin und zurück Tarifzone 1 Stadtgebiet, also an 3 von 30 Tagen. Ähnlich erleben es zunehmend mehr „Working Poor“, Arme, die trotz Arbeit oft nur mit ergänzendem ALG II über die Runden kommen oder Senior/innen mit Minirenten. Gerade diese Bürgerinnen und Bürger benötigen ein Sozialticket, das Mobilität und damit die Teilnahme am sozialen und gesellschaftlichen Leben in Freiburg und der Region erleichtert.

Städte wie Köln und Dortmund gehen als neueste Beispiele voran. Und: Wer 14,11 Euro für alle Reisen im Monat zur Verfügung hat, braucht - um nicht in seiner Armut stecken zu bleiben - ein Sozialticket, dessen Preis deutlich darunter liegt, besser noch zum Nulltarif!

Ulrike Schubert