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www.unabhaengige-listen-freiburg.de | 17.12.2018

Zeit, dass sich was dreht...

26. September 2012 - Amtsblatt - 584

Nach Jahren der Stagnation tut sich wieder was für den Radverkehr in der Stadt. Freiburg hat seine Vorbildfunktion in den letzten Jahren eingebüßt.  Nun aber werden wieder ehrgeizige Ziele angepackt. Gut so!

Die AG Radkonzeption 2020 hat in monatelanger Arbeit ein Konzept zum Ausbau und zur Ertüchtigung des Radwegenetzes erarbeitet. Dies sieht  einen umfang-reichen Katalog mit vielen kleinen und größeren Maßnahmen vor. Sie sollen – wenn möglich – bis zum Jahre 2020 in wesentlichen Punkten abgearbeitet werden. Dafür wird es u.a. einer deutlichen Erhöhung der Radwegepauschale bedürfen. Uns  Unabhängigen Listen waren ausreichende Mittel zum Ausbau der Radwege immer wichtig, so werden wir uns auch bei den kommenden Haushaltsberatungen wieder dafür einsetzen. Neu ist beim Radkonzept 2020, dem der Gemeinderat am 25.9. mit großer Mehrheit zugestimmt hat, die Einrichtung dreier „Vorrangrouten“ für den Radverkehr. Auf diesen Routen soll das Radfahren besonders gefördert werden, z.B. durch fahrrad-angemessene Taktung der Ampelanlagen etc. Ziel ist, diese Routen weitgehend steigungsfrei und haltefrei zu führen. Die Pilotprojekte werden vom Land mitfinanziert und sollen in den nächsten beiden Jahren umgesetzt werden. Das wird ein großer Fortschritt für Freiburgs Radler/innen bedeuten.

Es gibt aber noch viel zu tun, um eine gleichberechtigte Verkehrsteilnahme und um eine deutliche Steigerung des Anteils des Radverkehrs am „modal split“ zu erreichen. Es geht dabei z.B. um die Erhöhung der Radsicherheit, um einen gerechten Anteil am Straßenraum für den Radverkehr, um Mindestbreiten der Radfahrstreifen auf den Straßen. Es geht auch um die Interessen der Radfahrer/innen, die nicht schnell weite Strecken zurücklegen (wollen), um ältere Radfahrer/innen und um die Kinder. Es geht um eine gerechte Aufteilung der Gelder im Straßenbau. Immer noch wird für den PKW-Verkehr ein Vielfaches ausgegeben - unsinnig, wenn wir den CO2-Ausstoß drastisch verringern wollen. Es geht darum, den Radverkehr positiv darzustellen und nicht mit erhobenem Zeigefinger. Radfahrer/innen begehen Verstöße wie andere Verkehrsteilnehmer/innen auch, sie schützen jedoch die Umwelt, sie helfen Staus zu vermeiden, sie tun etwas für ihre Gesundheit...

Die UL setzt sich seit jeher mit Nachdruck für die Förderung des Radverkehrs ein, das bleibt auch so. In diesem Sinne sagen wir wie Herbert Grönemeyer: „Zeit, dass sich was dreht...“

Hendrijk Guzzoni