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www.unabhaengige-listen-freiburg.de | 14.12.2018

Das politische Ringen um die Zukunft der Quartiersarbeit.....

Irene Vogel

Amtsblatt 22. Juni 2018 – Nr. 722

… dauert weiterhin an. Am 10.7. wird der Gemeinderat Entscheidungen zu treffen haben, die auf der Umsetzung eines Antrags von CDU, Grünen, FW und FL-FF aus dem Frühjahr 2017 basieren. Ob das OB-Wahl-Ergebnis diese Mehrheit ins Wanken brachte, wird sich zeigen…  

Die 4 Fraktionen forderten, künftig nur noch professionelle Träger mit dieser Arbeit zu betrauen und die Trägerschaft für alle Quartiere öffentlich auszuschreiben – und zwar europaweit. Eigentlich eine Lachnummer, wenn dieser Beschluss nicht so traurige Konsequenzen nach sich gezogen hätte. Ganz deutlich ist hier die unverschämte Missachtung des jahrzehntelangen Engagements der Bürger/innen in den Stadtteilvereinen durch besagte Mehrheit des Gemeinderats wie der Stadtspitze zu nennen. Als Konsequenz haben bereits die drei kleinsten Stadtteilvereine in Hochdorf, Vauban und Brühl-Beurbarung aufgeben und haben oder sind dabei, die Trägerschaft an Freiburger Wohlfahrtsverbände abzugeben. Schon das ist keine gute Entwicklung, sind diese Verbände doch in unzähligen Feldern sozialer Dienstleistungen für die Stadt tätig, von Kitas, über die Schul- bis zur Flüchtlings-Sozialarbeit. Die Gemeinwesenarbeit ist für sie nur ein sehr kleiner Bereich unter vielen. Aber vor allem fehlt ihnen das Wesentliche, der Bezug zum Stadtteil, sie kennen die Stärken und Nöte der Bewohnerschaft nicht. Genauso gewichtig spricht gegen sie, dass sie es tunlichst vermeiden, Kritik an der Stadtverwaltung, ihrem Brötchengeber zu üben. Engagierte Arbeit für und in den Stadtteilen ist oft aber nicht konfliktfrei zu leisten.  Die Stadt und deren Töchter, wie FSB oder VAG müssen so manches Mal erst davon überzeugt werden, was für das Quartier das Richtige ist. Das wissen deren Bewohner/innen einfach am besten. Das Ergebnis der geplanten Ausschreibung wird diese Widersprüche noch verstärken.

Nach langem Ringen zwischen den Trägern der QA, des Sozialdezernats und den Gegner/innen und Befürworter/innen des o.g. Antrags, konnte inzwischen Einigkeit erzielt werden, dass QA, da wo es sie bereits gibt, auch erhalten bleibt. Selbst das wollten besagte Fraktionen ursprünglich nicht. Im Rieselfeld und Vauban sahen sie keine Notwendigkeit, 3 Stellen in Weingarten erschienen ihnen eh zu viel. Weil von allen unbestritten Brühl-Beurbarung von 0,5 auf 1,8 Stellen erhöht werden und Zähringen und Mooswald dringend überhaupt mit Quartiersarbeit versorgt werden muss, geht hier die politische Auseinandersetzung ums Geld. Während CDU, Grüne und Co. es von den einen in die anderen Stadtteile umschichten wollten, fordern wir von der UL mehr Geld für den Ausbau und eine perspektivisch flächendeckende QA in der gesamten Stadt.

Lebenswerte Stadtteile für alle Generationen und Milieus, müssen von vielfältigem Engagement getragen und durch professionelle Gemeinwesenarbeit unterstützt sein.

IreneVogel