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www.unabhaengige-listen-freiburg.de | 17.12.2018

Musikstandort Freiburg in Gefahr!!

14. September 2012 - Amtsblatt - 583

Was war das für ein Coup, mit dem der damalige OB Böhme die umstrittene Kultur-und Tagungsstätte (KTS) zu einem Konzerthaus wandelte, das bis heute entscheidend zum internationalen Musikprofil der Stadt beigetragen hat, auch wenn das Haus die Handschrift eines Intendanten inzwischen durchaus vertragen könnte. 12 Mil. DM flossen damals vom SWR in den Bau des Konzerthauses und damit kaufte sich der SWR kräftig in die Jahresplanung des Hauses ein und Freiburg wurde zur Heimstätte des SWR-Rundfunkorchesters Baden-Baden/Freiburg.

Der Fusionsbeschluss vom Ende Juni 2012 für die beiden SWR-Orchester Stuttgart und Freiburg durch den Intendanten Peter Boudgoust und den Rundfunkrat bedroht aktuell diesen Standort und den Verbleib des SWR-Orchesters in Freiburg. Gerade die beiden Orchester Stuttgart und Freiburg in ihrer unterschiedlichen Struktur zusammenlegen zu wollen, zeugt nicht gerade von fachlicher Kompetenz und Zielsetzung der Akteure. Trotz vieler solidarischer Bekundungen und  Erklärungen vom Deutschem Musikrat bis zu Simon Rattle, von vielen bekannten Akteuren der Musikszene und aus der Bevölkerung hält der SWR eisern an seinen Sparplänen fest, die noch weitaus umfassender sind und damit einen Kulturabbau in der BRD beschleunigen werden.

Der Gemeinderat hat früh und deutlich zu diesen Fusionsplänen Stellung bezogen und den Erhalt des SWR-Orchesters und seinen Verbleib in Freiburg gefordert. Bis jetzt scheint es aber bei dieser Willenserklärung geblieben zu sein. Der Aufschub des Fusionsbeschlusses droht am 28.Sept. im Rundfunkrat wegen fehlender Alternativmodelle wie eine Seifenblase zu zerplatzen. Wenn dieser Aufschub ernst gemeint ist, muss es eine Verlängerung der Frist für andere Modelle geben, die zu einem Erhalt der beiden Orchester führen könnten. Dabei sind wir als Fraktionsgemeinschaft  UL3 bereit, wenn die anderen Fraktionen mitmachen, eine Protestfahrt zur Rundfunkratssitzung am 28.9. zu unternehmen. Bis dahin sollten der OB und der Gemeinderat in den Gremien das Thema unter äußerster Dringlichkeit behandeln und den Erklärungen auch Taten folgen lassen!     

Atai Keller