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www.unabhaengige-listen-freiburg.de | 17.12.2018

Obdachlos in Freiburg

20. April 2016 - Amtsblatt - 670

Die christliche Barmherzigkeit endet in Freiburg an der Altstadtgrenze; das kann unser Erzbi-schof Burger doch nicht wirklich gutheißen, oder?

Mit den Daten der Münchener SEEWOLF-Studie lässt sich nämlich unschwer nachweisen, dass hier in Freiburg überwiegend schwer kranke Menschen aus der Innenstadt vertrieben werden, die auch sonst kaum wirksame Hilfe erfahren oder wahrnehmen können. Die oft überbelegte OASE ist ein Unterkunftsheim für einen kurzen Aufenthalt - mit nur einem einzi-gen Krankenzimmer. Offensichtlich fehlt es eklatant an fachlich versierter medizinischer und psychiatrischer Hilfe. Unverzichtbar ist ein Wohnheim für schwer psychisch kranke Woh-nungslose mit intensiver psychiatrischer Versorgung, dringend notwendig ein Wohnheim für jüngere Wohnungslose mit berufsfördernden Maßnahmen und ein Wohnheim für ältere Woh-nungslose mit Hilfe zur Pflege und tagesstrukturierende Spezialangebote, klar getrennt für Frauen und Männer!

In Freiburg ist Menschenwürde von Obdachlosen offenbar problemlos antastbar, denn Ob-dachlose „gefährden das pittoreske Bild der Stadt und ihr Lagern wirkt geschäftsschädigend“. Deshalb gilt seit 2016 zügige Vertreibung statt Betreuung. Adäquat wären aber unterstützende Wohnformen, wirksame ärztliche Behandlung und Sozialberatung mit Aufbau eines Vertrauensverhältnisses. Erkennbar handelt es sich hier um durchaus lösbare soziale Probleme bei menschlichen Krisensituationen. Längere Zeit wohnungslose Menschen werden durchschnittlich nur 51 Jahre alt, und dies in oft erbärmlichem Gesundheitszustand. Die Unabhängigen Listen fordern klare politische Beschlüsse für die dringend notwendige Verbesserung der Lebenslage vieler Wohnungsloser in Freiburg und in der Region und die unverzügliche Rücknahme der Vertreibungsanweisung!

Lothar Schuchmann und Ulrike Schubert