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www.unabhaengige-listen-freiburg.de | 17.12.2018

Der OB, die Messmer Halle und die 10% Kürzungen

Amtsblatt 472, 1. Februar 2008

Jetzt haben wir eine neue Art der Kunstförderung in Freiburg und sie wird mit der schwarz/grünen Allianz weiter Schule machen. Durch sein persönliches Engagement hat der Oberbürgermeister
eine private Kunst-Initiative ins breite öffentliche Interesse gezogen und durch sein überschnelles Angebot an Herrn Messmer, ihm das Grundstück an der Dreisam für einen Euro zu überlassen, die Messmer-Halle in die subventionierten Projekte der Stadt eingereiht. Die 12.900.- Euro Pachterlass werden den Kulturhaushalt der Stadt belasten und intern als Zuschuss verrechnet. Für andere private gut funktionierende Kunsteinrichtungen in der Stadt ist das ein Schlag ins Gesicht. Gleichzeitig sollen die freien Kulturträger im nächsten Doppelhaushalt um 10% gekürzt werden!!!

Der OB betreibt hier nach eigenen Aussagen eine ganz normale Wirtschaftsförderung, mit Kultur und Kunst  hat das für ihn nur über Touristenströme und Außenwirkung etwas zu tun. Eine qualitative Abwägung, wie die Messmer-Halle in die Stadt wirkt, welche inhaltliche Ausrichtung sie hat und ob ein Konzept mit großen Namen organisatorisch und vor Ort in Freiburg überhaupt funktioniert und ob wir das überhaupt brauchen in dem schon vorzüglichen Angebot der Kunststädte am Oberrhein, eine Auseinandersetzung darüber findet nicht statt. Stattdessen träumt fast der gesamte Gemeinderat von sogenannter Weltkunst in Freiburg, das ist die wahre Provinz!

In diesem Zusammenhang keine Rede vom Kulturkonzept, die Förderung der Künste, wie wird sich Freiburg zukünftig als Kulturstadt aufstellen, daran wird momentan im Kulturamt und im Kulturdezernat mit Experten und in vielen Gesprächen  gearbeitet, aber der OB geht eigene Wege. Um Freiburg kulturell und künstlerisch voran zu bringen, brauchen wir inhaltliche Konzepte und neue innovative Projekte. Kulturhauptstadt Europas wird man nicht, indem man alte ausgediente Projekte aus der Provinz nach Freiburg holt. Die Stadt muss vielmehr einheitlich mit ihren Einrichtungen in einen konstruktiven Dialog treten. Die Förderung zeitgenössischer und neuer künstlerischer Ansätze wird momentan  eher zurückgeschraubt, das ist ein großer Fehler!

Atai Keller