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www.unabhaengige-listen-freiburg.de | 17.12.2018

Mehr Investition in Kinder statt in Steine…

8. November 2012 - Amtsblatt - 587

Dass es sexuelle Übergriffe an kleinen Mädchen in einer städtischen KiTa gab, ist schrecklich und die betroffenen Kinder, Eltern und Erzieherinnen müssen alle Hilfestellung erhalten, die sie benötigen, um den Schock zu verkraften und das gegenseitige Vertrauen wieder herzustellen.

Die Aufarbeitung dessen, wie und warum das geschehen konnte, ist für alle Beteiligten ein schmerzhafter aber notwendiger Prozess, denn dadurch haben sich auch Schwachpunkte und strukturelle Defizite in Kindertageseinrichtungen und im verantwortlichen Amt für Kinder und Jugend (AKI) offenbart. Wir wollen darüber eine politische Diskussion im Kinder- und Jugendhilfeausschuss, um Konsequenzen ziehen und Ähnliches künftig bestmöglich verhindern zu können. Keine Tabus beim Thema Missbrauch / sexualisierte Gewalt zuzulassen, ist dafür Voraussetzung. Die Sensibilität von Eltern und Erzieherinnen muss erhöht und eine offensive Haltung entwickelt werden, um sexuelle Übergriffe an Kindern zu verhindern bzw. den Umgang mit solchen Geschehnissen zu verbessern. Gleiches gilt im Übrigen auch im Pflegebereich und überall dort, wo es um die Fürsorge für Schutzbefohlene geht.

Unsere Fraktion sieht dringenden Mehrbedarf an Fachpersonal in den Kitas, um die gewünschte Qualität zu gewährleisten. Es ist für die gewachsenen Aufgaben der Leitung und Erzieherinnen zu knapp bemessen: Die verstärkte Zusammen-arbeit mit Eltern - für eine gelingende Erziehungspartnerschaft - und mit temporär in den Kitas arbeitenden Fachkräften; die verbindliche Umsetzung des Orientierungsplans (von der Betreuungs- zur Bildungseinrichtung); die individuelle Sprachförderung; die Begleitung des Übergangs von der Kita in die Grundschule etc. All diese Anforderungen werden inzwischen als gesellschaftliche Erwartungen an Kindererziehung und –bildung formuliert und von den Erzieherinnen abverlangt. Dabei hat sich der Personalschlüssel fast nicht verbessert und mit Gruppengrößen von 25 Kindern lässt sich dies schwerlich erfüllen – ganz zu schweigen von der unangemessen niedrigen Entlohnung dieses Berufsstandes. Auch das zuständige Amt klagt über personelle Defizite und braucht dringend Entlastung, um die verantwortungsvollen Aufgaben gut wahrnehmen zu können.

Eltern und Elternbeiräte sollten politisch Druck machen, dass im nächsten Doppelhaushalt 2013/14 noch mehr in Kinder investiert wird. Ausbau plus mehr Qualität der Kinderbetreuung muss Vorrang haben, das eine geht nicht ohne das andere.

Irene Vogel