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www.unabhaengige-listen-freiburg.de | 17.12.2018

„Gewaltprävention“ durch mehr Verbote?

Amtsblatt 468, 24. November 2007

Das Freiburger Internet-Portal „fudder“ hat sich nach der Entscheidung des Gemeinderats zum Alkoholverbot in der Diskomeile unter Jugendlichen umgehört.

Katrin, 19:  „...ich glaube, das wird nicht großartig etwas an der Situation in der Innenstadt ändern“.
Daniel, 18:  “Ich denke, das wird nichts ändern. Wenn das Trinken draußen verboten ist, gehen die Jugendlichen eben in der Disko saufen (Anm. UL: lohnt drüber nachzudenken, ob genau das erreicht werden soll). Die Schlägereien sind ja sowieso erst nachts um zwei, da trinkt keiner mehr draußen“.
Alexandra, 17:  “ ...wird sich das Problem nur verschieben auf andere Plätze. Das gibt nur noch mehr Stress. Das Problem sind Läden wie die N.“.
Morten, 23:   „Ich laufe gern mal mit einem Bier durch die Innenstadt und fühle mich bevormundet, wenn ich das nicht mehr darf.“ 

Tatsächlich werden mit diesem Verbot vor allem jene Jugendliche bis 20 getroffen, die sich zum Party machen in der Innenstadt treffen, die nicht in Diskos wollen oder das Geld nicht dazu haben, gerade die also, die nach den polizeilichen Feststellungen gar nicht in erster Linie zu den Schlägern zählen (das sind eher 20-30 jährige).

Landauf landab werden auf Initiative der CDU und der hinter ihr stehenden Polizei derartige Verbote beschlossen. Gleichzeitig werden die Finanzmittel für soziale Prävention überall gekürzt. Konzepte wie das vom BWLV schon im August vorgelegte zur Gewaltprävention in der Freiburger Innenstadt (Kosten 50 - 60.000 €/Jahr) sind nicht erwünscht. Kürzen ist im sozialen Bereich angesagt.

Tatsächlich geht es Salomon, Neideck und Co. um eine andere Stadt, voller Kneipen, Freisitze und Werbeflächen, wo der Rubel rollt und reglementiert wird, wo das Geschäft gestört wird. Und wenn das Alkoholverbot im Party-Dreieck nicht ausreicht, dann, so der Beschluss, muss seine „Ausweitung auf andere Plätze“ geprüft werden. 

Schon jetzt für die ganze Stadt  gültig ist der weitere Beschluss, störenden Gruppen den „Aufenthalt zu untersagen“, wenn „die Auswirkungen des Alkoholkonsums geeignet sind, Dritte erheblich zu belästigen.“ Wann das der Fall ist, entscheidet die Polizei. „Integrieren statt ausgrenzen“ fordert die Caritas in einem Positionspapier: „Wider die Verdrängung und Kriminalisierung von sozialen Randgruppen im öffentlichen Raum der Innenstädte“. Genau das aber findet in Freiburg unter einem grünen OB statt.