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www.unabhaengige-listen-freiburg.de | 17.12.2018

AKW Fessenheim abschalten

25. März 2011 - Amtsblatt - 548

Mit Entsetzen und voller Anteilnahme blicken wir derzeit nach Japan. Und voller Hoffnung, dass sich die Lage im Atomkraftwerk Fukushima entspannt, die Bevölkerung nicht von noch größerer Katastrophe heimgesucht wird.

Dabei muss unser Blick natürlich auch auf die Situation in der BRD und in Baden-Württemberg gerichtet werden, was wir tun können und müssen, um eine ähnliche Katastrophe wie in Japan zu auszuschließen. Auch wenn der absolute Super-Gau dort vielleicht noch einmal verhindert werden kann, es handelt sich um eine schreckliche Kata­strophe: Hunderttausende Menschen mussten evakuiert werden, viele Menschen werden nie mehr in ihre Heimat zurückkehren können, Tausende von Menschen sind einer dramatisch erhöhten Strahlenbelastung ausgesetzt worden, das Meer und die Nahrungsmittel sind verstrahlt und werden damit zur globalen Bedrohung.
Japanische Atomkraftwerke sind mit einem höheren Berst- oder Erdbebenschutz ausgestattet als die in der BRD oder in Fessenheim. Kein AKW hierzulande wäre einem Flugzeugabsturz oder einem ­Terroranschlag gewachsen, auch hierzulande können Strom­versorgungen ausfallen.

Alle Atomkraftwerke müssen schnellstmöglich abgeschaltet werden – in Fessenheim und anderswo!

So beeindruckend die pirouettenhafte Wende der CDU und der FDP in Sachen Atompolitik anmutet: Mit einem dreimonatigen „Moratorium“ für die ältesten der deutschen Atommeiler ist es nicht getan. Auch nicht mit einer „Sicherheitsüberprüfung“ (warum fand die nicht VOR der Laufzeitverlängerung statt? Ist die nicht ohnehin eine dauernde Selbstverständlichkeit?). Bei der bekannten Verquickung von CDU und FDP mit der Atomlobby steht zudem zu befürchten, dass Mappus und Co. demnächst doch wieder „gute Gründe“ für eine Laufzeitverlängerung der AKWs finden, den Ausbau regenerativer Energien weiterhin torpedieren.

Freiburg hat in den letzten Jahren sehr viel für den Ausbau der regenerativen Energien getan. Und vieles mehr könnte und müsste noch getan werden, von der Förderung der Kraft-Wärme-Koppelung über die energetische Sanierung im Altbau, die Ausweisung von Standorten für Windräder bis zum völligen Verzicht auf Atomstrom bei der Badenova usw.
Und Transparenz: Wir werden am 5.4. im Gemeinderat fordern, dass alle Katastrophenschutzpläne öffentlich gemacht werden; wir werden fordern, dass ein Evakuierungsplan auch für Freiburg und Umgebung (gibt es derzeit nicht!) unter Einbeziehung von Experten und Umweltinitiativen erstellt und öffentlich vorgestellt und beraten wird.                    

 Hendrijk Guzzoni