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www.unabhaengige-listen-freiburg.de | 17.12.2018

40 bis 60% mittleres bis hohes Umweltrisiko

Amtsblatt, 23. Dezember 2005


Mittleres bis hohes Umweltrisiko

so lautet der Umweltbericht zu den im Flächenutzungsplan (FNP) 2020 neu ausgewiesenen Flächen. Es stimmt, erstmals ist bei der Aufstellung eines FNP versucht worden, sparsam mit der Ressource Fläche umzugehen. Und sowohl die städtische Projektgruppe PRISE als auch die breit getragene Bürgerbeteiligung haben zu einem guten Verfahren beigetragen.

Aber Fläche ist nicht vermehrbar. Und jede neue Flächenversiegelung bedeutet einen erheblichen Eingriff in die Natur. Wir haben dem neuen FNP 2020 deswegen nicht zugestimmt. Zumal insbesondere Flächen für den „gehobenen Wohnbedarf“ ausgewiesen wurden, und Naherholungsgebiete gerade für diejenigen Menschen von großer Bedeutung sind, die nicht zweimal im Jahr Urlaub auf den Malediven machen können.

Gegenüber der Beschlusslage im Juli 2005 sind noch weitere Flächen hinzugekommen. Insgesamt sollen bis im Jahre 2020 ca. 165 ha neu bebaut werden, das entspricht der Fläche von ungefähr 250 Fußballfeldern!

So wurde das Baugebiet „Höhe“ in Zähringen nochmals vergrößert. Vor drei Jahrzehnten wurden diese Flächen im alten FNP als Bauland ausgewiesen. Interessanterweise sind es u.a. Freunde und Verwandte des damaligen zuständigen Amtsleiters sind, die damals Streuobstwiesen gekauft haben und heute die Ausweisung dieser Flächen als Bauland fordern!

Wir haben erneut beantragt, die Flächen Oberer Zwiegeracker und Lettgrube am Hang des Schönbergs aus dem FNP 2020 herauszunehmen und nicht zu bebauen. Dies entspricht der Forderung von über 5.000 BürgerInnen und der Umweltverbände NABU und BUND. Abgesehen davon, dass Freiburgs Hanglagen ohnehin nicht bebaut werden sollten (was auch OB Salomon im OB-Wahlkampf noch versprochen hatte), wäre durch diese Bebauung die Zaunammer, ein Vogel der auf der Roten Liste der besonders gefährdeten Tiere steht, vom Aussterben bedroht. Ausgerechnet die „Öko-Partei“ der Grünen verhinderte mit ihren Nein-Stimmen, dass dieser Antrag eine Mehrheit fand.

In der Zeit vom 21.12. 05 bis zum 27.1. 06 kann jede/r Interessierte den FNP 2020-Entwurf im Technischen Rathaus einsehen und sich erläutern lassen (Offenlage) und ggf. Einwände erheben, die von der Verwaltung dann geprüft werden müssen.

Es bleibt zu hoffen, dass zahlreiche Einwände von BürgerInnen und
Sachverständigen gegen die Bebauung der Schönbergwiesen erhoben werden.