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www.unabhaengige-listen-freiburg.de | 11.12.2018

„Es grünt so grün, wenn Dattlers Pläne blüh'n!!!“

Amtsblatt 479, 10. Mai 2008

Was hat sich eigentlich seit der Ära Lemmer als Fraktionsvorsitzende und v. Ungern Sternberg als Baubürgermeister in der Stadt geändert? Wir haben einen grünen Oberbürgermeister, die Grünen sind von 4 auf 15 gewachsen, wir haben keinen Baubürgermeister mehr und wir haben eine CDU-Fraktion, die mit den Grünen im „im Bunde“ meint, man könne mit dieser stabilen Mehrheit Regeln wie die des Landschaftsschutzes brechen. Nur so ist zu verstehen, dass alle Bedenken gegen das Bauvorhaben nun beiseite gelegt wurden, die warnenden Bürgerstimmen ohne Echo verhallt sind und jetzt eine Planung angelaufen ist, die den Schlossberg als Naherholungsgebiet nachhaltig verändern wird. Selbst die Verwaltungsvorlage geht von „erheblichen Beeinträchtigungen der Schutzgüter Boden, Pflanzen/Biotope, Landschaftsbild und Klima/Luft“ aus.

Alle Bekundungen von „Green City“ werden jetzt umgangen durch Herausnahmen, Sonderverordnungen und Spezial-Regeln für einen privaten Investor in der fünften Generation. Tradition ist anzuerkennen, reicht aber nicht aus, um die Erweiterung eines Privatunternehmens auf dem Schlossberg, der immer noch öffentliches Gelände ist, genügend zu begründen. Das Hotel und der Schrägaufzug, beides Projekte, die unserer Meinung nach viel zu wenig auf ihre ästhetische Landschaftsverträglichkeit geprüft wurden, kosten den Investor mindestens 7 Mill. Euro. Eine Summe, die sich nur dann amortisiert, wenn sozusagen der Laden brummt, und möglichst viele Besucher Aufzug fahren und ins Restaurant oder ins Hotel Dattler kommen, Aber ist das dem Schlossberg als dem Freiburger Burgberg wirklich zuträglich? Ist den Herdermern der zusätzliche Verkehr durch Hotelgäste und Besucher noch zuzumuten? Ist der Verkehr um den Stadtgarten und in Herdern dann nicht kollapsverdächtig?

Wir meinen, die vorgesehenen Maßnahmen wie ein Signalanlage Ecke Wintere-/Immentalstraße reichen nicht aus, um den zusätzlichen Verkehr in Herdern und auf dem Schlossberg in den Griff zu bekommen. Da irrt das Gutachten!

Die UL befürchtet schließlich auch die Schaffung eines Präzedenzfalles, wenn für die Bauwünsche eines privaten Investors Flächen aus dem Landschaftsschutzgebiet herausgenommen werden in einer solch herausragenden Lage. Und wenn das Ganze schief geht, stellt sich erst recht die Frage, ob eine solche Privatisierung eines Naherholungsgebietes der Stadt je zu rechtfertigen war!

Atai Keller