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www.unabhaengige-listen-freiburg.de | 17.12.2018

Mai 2005

Erhöhung der ÖPNV-Tarife – unsozial und unvernünftig!

Alle Jahre wieder steigen die Preise für Bus und Bahn. Diesmal um gut 5 %. Damit kostet die Regio-Karte nun 41,50 € im Monat. Nächstes Jahr ist eine ähnliche Erhöhung zu erwarten.
Für Pendler aus dem Umland ist das immer noch günstig, für FreiburgerInnen nicht mehr. Wenn man gleichzeitig bedenkt, dass die Löhne seit Jahren nicht so steigen wie die Lebens-haltungskosten, ist es unausweichlich, dass dadurch die Fahrgastzahlen weiter abnehmen werden. Vor allem für Menschen mit niedrigen Einkommen, für BezieherInnen von kleinen Renten oder Arbeitslosengeld II ist die Regio-Karte nicht mehr bezahlbar. 18 Euro 50 monatlich sind in den 345 Euro Arbeitslosengeld II für Mobilität vorgesehen. Grund genug für unsere Fraktion, mit Nachdruck die Forderung des Runden Tisches Hartz IV, die Einführung eines Sozialtickets für diese Bevölkerungsgruppen zu unterstützen.

Es ist aufschlussreich zu sehen, wo die Preissteigerungen besonders hoch ausfallen: Einzelfahrscheine Kind + 11 %, Schüler-Gruppenkarten zwischen 11,3 + 12,9 %, Solidarbeitrag Semesterticket + 20 %, Grund- und HauptschülerInnen + 13,6 %.

So unsozial diese ÖPNV-Tariferhöhung ist, so unvernünftig ist sie auch: Die VAG und der Regio-Verkehrsverbund gehen selbst davon aus, dass eine Preiserhöhung von 5 % einen Kundenrückgang von 1% nach sich zieht. Bei jeder neuen Preiserhöhung steigt der Anteil derer, die sich die Regio-Karte nicht mehr leisten können oder wollen überproportional an. Dennoch kommt der Vorstand der VAG zu dem Ergebnis, „die Preise des Verbundtarifs jährlich in marktverträglicher Weise anzupassen“ – d.h. jedes Jahr weitere Preiserhöhungen und jedes Jahr weniger Menschen, die noch mit Bus + Bahn fahren! Welche Glanzleistung der selbsternannten Öko-Hauptstadt Freiburg! Bereits heute nimmt die Zahl der VAG-KundInnen aufgrund zu hoher Preise stetig ab. Was geschieht? Die Preise werden weiter erhöht! Besonders stark ist der Rückgang bei den SchülerInnen. Was geschieht? Die Preise für die SchülerInnenbeförderung werden weiter erhöht.

Was nötig wäre, sind neue Überlegungen zur Tarifstruktur.

Erstens, mit wirklich günstigen Angeboten wie es die Regio-Karte mit ca. 17 Euro vor 14 Jahren einmal war, neue und mehr KundInnen zu gewinnen. Zweitens, über mögliche Formen von ÖPNV-Umlagen aller BürgerInnen nachzudenken. Das Studi-Ticket hat es vorgemacht. Durchgesetzt gegen große Widerstände, ist es mittlerweile der Renner und für die VAG ein Gewinnbringer. Mit ca. 5 Euro pro EinwohnerIn und ca. 15 Euro pro Unternehmen im Monat ließe sich der gesamte ÖPNV in Freiburg zum Nulltarif finanzieren. Das wäre dann ein wirklicher Anreiz zum Umsteigen!