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www.unabhaengige-listen-freiburg.de | 17.12.2018

August 2005

Am Sonntag will mein Liebster mit mir baden gehen...

Aber was, wenn die Eintrittspreise der Bäder zu hoch sind? Oder die Öffnungszeiten
reduziert? Oder die Wasserqualität zu schlecht?
Oder was, wenn die Bäder sogar geschlossen werden?
Sorgen, die im Zusammenhang mit der geplanten Privatisierung der städtischen Bäder
geäußert wurden. Nun gibt es eine „Privatisierung light": drei der acht städtischen Bäder
werden von den Stadtwerken übernommen, die anderen bleiben im Besitz der Stadt (bzw. das
Eugen-Keidel-Bad im Besitz der Stadtbau GmbH). Und eine städtische Gesellschaft (die
Stadtwerke oder die Sadtbau GmbH wird alle neun Bäder betreiben. Das ist besser als wenn
die städtischen Bäder an eine Privatfirma verkauft worden wären.
Aber auch das Betreiben der Bäder durch eine GmbH, die sich in städtischen Besitz befindet,
heißt, dass die Bäder nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten betrieben werden müssen. Dies
wirft Fragen auf nach der Qualität beim BürgerInnenservice, nach der Gestaltung der
Eintrittspreise, nach den Arbeitsbedingungen und der Entlohung der Beschäftigten... Denn
wenn die städtischen Bäder bisher 4 Millionen Euro Defizit im Jahr eingefahren haben und
sich jetzt Stadtwerke und Stadtbau um den Deal „rangeln" (BZ vom 30.Juli 05) stellt sich die
Frage: wo wollen die neuen Betreiber sparen? Denn diese wollen ja schließlich kein Defizit
machen...
Und schließlich: was weitgehend verloren geht, ist die Transparenz und öffentliche Kontrolle
und die Einwirkungsmöglichkeit durch den Gemeinderat. Während bisher über
Öffnungszeiten, über die Eintrittspreise etc. der Gemeinderat in öffentlicher Sitzung
entschied, so werden diese Fragen künftig in nicht-öffentlicher Sitzung von den Mitgliedern
des Aufsichtsrats (nach wirtschaftlichen Kriterien!) entschieden. Ob das einer sozialen
Preisgestaltung, einem besseren BürgerInnenservice und den Anliegen der Beschäftigten
wirklich nutzt? Zweifel sind angebracht. Wir, die Unabhängigen Listen werden da genau
hinschauen, denn am Sonntag will mein Liebster mit mir baden gehn, das ist so schön...