Mobilfunk
Trübe Augen (TAZ vom 26.8.05)
Alle Substanzen, die Wasser enthalten, werden durch elektromagnetische Strahlung erwärmt
Radio Vatikan sendet religiöse Programme in die ganze Welt - mit großen
Antennen vor fden Toren Roms. Anwohner schworen, dass die Stimme von
Radio Vatikan ertöne, wenn sie den Kühlschrank öffneten. Andere
erzählten, sie hörten Sphärenklänge, wenn sie ihr OHr an die
Heizungsrohre hielten. Elktromagnetische Strahlung geht jedenfalls
nicht nur von Handys aus, sondern auch von Radio- und Fernsehsendern,
von schnurlosen Telefonen und drahtlosen Funkverbindungen. Im Prinzip
wirkt sie immer wie Mikrowelle: Alles, was Wasser enthält, wird von der
Strahlung erwärmt. Experten sind sich sicher, dass auf jeden Fall
Schäden entstehen, sobald in einem Körperteil die Temperatur um ein
Grad zunimmt.
Besonders gefährdet ist zum Beispiel das Auge, die Linse kann sich
trüben. Deshalb gibt es Grenzwerte für die Strahlung. Sie sind so
festgelegt, dass eine exzessive Wärmebelastung ausgeschlossen
werden kann. Das Maß dafür ist der SAR-Wert, die spezifische
Absorbtionsrate. Sie gibt an, wie viel Strahlungsenergie der Körper
maximal aufnimmt-in Watt pro Kilogramm. Handys dürfen einen SAR-Wert
von 2 Watt je Kilogramm nicht überschreiten. Werte weit darunter sind
technisch machbar.