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  Aktualisiert:
  15.02.2006

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Freiburger Apell für Integration

In der Stadt Freiburg leben ca. 600 registrierte Roma; die große Mehrheit davon ist von der Abschiebung in den Kosovo betroffen. In Baden-Württemberg leben mehr als 8.000 Angehörige der ethnischen Minderheiten aus dem Kosovo.
Die deutschen Innenminister haben seit dem Mai 2005 die Abschiebung in den Kosovo freigegeben. Ab 2006 ist keine zahlenmäßige Begrenzung mehr vorgesehen.

Viele dieser Roma-Angehörigen sind seit langen Jahren in Freiburg. Eine Studie der EU zur Beobachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit hat gerade festgestellt, dass die Roma die ‚am stärksten diskriminierte Minderheit' in Europa ist.
Die europaweit zu belegenden Ungerechtigkeiten, die seit Jahrhunderten dem Volk der Roma zugefügt werden; sind zahlreich: Diskriminierung, Ausgrenzung, Vertreibung, Verfolgung, Totschlag. So sind zur Zeit von den zweihundertachtzigtausend Roma-Angehörigen Im Kosovo nur noch acht- bis zehntausend geblieben, die, in Ghettos gepfercht, zu überleben versuchen; der Großteil hat, verfolgt vom Hass und den Gewalttätigkeiten der Serben und Albaner. die Flucht ergreifen müssen. Die Kfor-Soldaten waren und sind nicht in der Lage, sie vor dem doppelten Hass zu schützen, sei es, weil sie überfordert sind, sei es, weil wieder einmal den Angehörigen des Roma-Volkes Schutz verweigert wird.
Die politische Zukunft des Kosovo ist unklar: die Verhandlungen werden auf die Unabhängigkeit des Kosovo hinaus laufen, für die Roma wird es darin keinen anerkannten Platz geben.

Vor diesem Hintergrund rufen wir, die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner die Stadt Freiburg und die Bevölkerung auf, mutige politisches Zeichen zu setzen
Der im Nationalsozialismus erfolgte Völkermord der ethnischen Minderheiten hat bislang keine Wiedergutmachung gefunden. Die Verfolgung der Roma-Gruppen ist vielmehr nach dem 2. Weltkrieg in Europa fortgesetzt worden.

Auch heute und angesichts der gefahrvollen Situation im Kosovo sollte es sich von selbst verstehen, für ein Bleiberecht der Roma einzutreten. Auch die Kommunen selbst sind aufgefordert, sich aktiv für ein Bleiberecht der Minderheiten aus dem Kosovo einzusetzen.

Wir fordern Gemeinderat und Verwaltung der Stadt Freiburg auf, alles mögliche zu unternehmen, das geeignet ist, Menschen die in unserer Stadt Zuflucht vor Verfolgung und Diskriminierung gefunden haben, nicht in eine Zukunft zu schicken, in der ein erneuter Leidensweg absehbar ist..
Wir fordern Gemeinderat und Verwaltung der Stadt Freiburg insbesondere für die im alleinigen Zuständigkeitsbereich der Stadt befindlichen Roma und anderen Minderheiten aus dem Kosovo auf, sich gegenüber den Landes- und Bundesbehörden für ein Bleiberecht einzusetzen.
Wir fordern Gemeinderat und Verwaltung der Stadt Freiburg auf,  alle von dieser Abschiebung bedrohten Personen eingehend zu beraten und ihnen die erforderlichen Hilfen zur Verfügung zu stellen.
Wir fordern Gemeinderat und Verwaltung der Stadt Freiburg auf, gemeinsam mit anderen Initiativen und Kommunen - für ein Aufenthalts- und Arbeitsrecht für diese Gruppen einzutreten.

Wir rufen die Mitbürgerinnen und Mitbürger auf, ein Verständnis für die Problematik dieser ethnischen Minderheiten entwickeln und die z.T. seit vielen Jahren in der Stadt lebenden Familie aktiv zu integrieren: hierzu gehören u.a. allgemeine Wohn-, Bildungs- und Arbeitsverhältnisse.

Erstunterzeichner/-innen: Prof. Dr. Cornelia Helfferich (Evangelische Fachhochschule Freiburg),
Prof. Dr. Günter Rausch (Evangelische Fachhochschule Freiburg), Martin Höxtermann, Journalist, Virginia Edwards-Menz, Friedensforum, Christine Sander-Haller, Ärztin für Psychiatrie, Dr. Hennes Haller Arzt für Neurologie, Frieder Haller, Schüler, Marlu Würmell-Klauss (Städtepartnerschaftsvereins Freiburg Wiwili), Martin Klauss (RUNDER TISCH Hartz IV und lisst), Birgit Jung, Traute Hensch, Verlegerin, Ursula Biermann Wissenschaftsjournalistin, Angela Furmaniak, Rechtsanwältin, Die Straßenzeitung FREIeBÜRGER(Uli Herrmann), Gregor Mohlberg (Linkspartei), Wolfgang Rohm (technischer Assistent an der Uni Freiburg), Radio Dreyeckland (Michael Menzel), Astrid Engin-Kerner (Psychologin), Ingrid Wagner (Erwerbslosenausschuss Südbaden verdi), Nils Kleemann, Sissi Walther-Kligler Dipl.Kfm. (Bürger helfen Bürgern e.V.), Veronica Treiber, Dipl. Soz.arb. (FH), FRIGA e.V, Cornelia Andresen(Forum Zuwanderung), Harald Schandl, Rechtsanwalt, Tilman Spengler, Ambach, Schriftsteller, Bodo Kaiser,Filmemacher
Günter Grass, Schriftsteller

zweite Runde an: MigrantInnenbüro, Wilhelmstr. 20
E-Mail-Adresse:
migrantenbeirat@stadt.freiburg.de
hier gilt eine Rückmeldung für Unterschriften bis Mitte Jan. 06