Kulturkonzept
Seit Jahren wird es von einer Vielzahl von Kulturschaffenden und
Freiburger Bürgerinnen und Bürgern gefordert. Das Kulturkonzept für
Freiburg. Andere Städte (Ulm, Erlangen, Linz u. a.) haben den Prozess
längst durchlaufen. Nach einer erfolgreichen Auftaktveranstaltung droht
das Verfahren aus dem Ruder zu laufen, das Konzept und der Ablauf
erscheinen unklar, unstrukturiert und unrealistisch. Der
Oberbürgermeister soll als Frontmann für die kulturelle
Standortbestimmung Freiburgs gewonnen werden, doch der äussert sich nur
abfällig.
Nicht zuletzt hat die Haushaltsdebatte für den Haushalt 2005/2006
gezeigt, die Politik braucht konkrete Handlungsanweisungen und
Orientierungslinien für ihre zukünftigen Entscheidungen (Nahziele). Das
heißt, eine städtische Kulturpolitik muss Rahmen-bedingungen setzen für
transparente Entscheidungen, die für alle nachvollziehbar sind und die
sich einer strukturellen Überprüfung stellen können. Es müssen
konkrete Zielvereinbarungen mit Gruppen und Einrichtungen
getroffen werden auf der Grundlage des Konsenses über die kulturellen
Aufgaben der Stadt. Das heißt, die zentrale Aufgabe eines zukünftigen
Kulturkonzeptes ist die positive Angleichung veränderter
gesellschaftlicher Rahmenbedingungen an die kulturelle Entwicklung der
Stadtpolitik und eine Neudefinition der Rolle von Kunst und Kultur im
städtischen Gesellschaftsleben und damit die Aufwertung von Kultur für
die zukünftige Entwicklung Freiburgs (Fernziele).
Der Prozess der Ausarbeitung eines Kulturentwicklungsplanes kann bei
mehr als 20 % FreiburgerInnen mit Migrationshintergrund nicht ohne die
Einbeziehung interkultureller Aspekte, Jugendkultureller Anliegen
(welche Angebote gibt es) und der breit gefächerten Stadtteilkultur
(Initiativen vor Ort) vor sich gehen.
Eine Beteiligung der Universität, der Freiburger Agenda, aber auch von
weiteren gesellschaftlichen Gruppen wie IHK und Gewerkschaften an der
inhaltlichen Vorbereitung ist zwingend notwendig.
Eine große Mehrheit des Gemeinderats wünscht jetzt eine öffentliche
Debatte. Die Organisierung dieser Debatte benötigt die Bereitstellung
außerplanmäßiger Mittel, um den Prozess der Kulturentwicklungsplanung
auf professionelle Füße zu stellen. Die Verwaltung braucht für die
Vermittlung, für Moderatoren und Referenten und nicht zuletzt für die
Zuhilfenahme eines Beratungsbüros Sondermittel, die sich später im
wahrsten Sinne des Wortes auszahlen werden! Freiburg muss das Kulturrad
nicht mehr neu erfinden!! Aber es muss sich drehen und professionell
bewegen können!