Dezernentenpoker
Es wird schon kräftig gemischt beim Dezernenten-Poker. Und die
Fraktionsgemeinschaft Unabhängige Listen bittet: eine neue bitte! Doch
die Wirklichkeit ist dem Pokerspiel hoffnungslos unterlegen. Denn klar
ist: Poker wird mit 5 Karten (Dezernaten) gespielt. Und das wäre gut
so. Weiterhin sind wir der Auffassung, dass fünf Dezernate mit einem
eigenständigen Kulturdezernat angemessen und nötig wäre. Kultur ist
das, was heute ganz entscheidend über die Anziehungskraft und
Attraktivität einer Stadt entscheidet, Lebensqualität ausmacht und ein
nicht unbeträchtlicher Wirtschaftsfaktor geworden ist. Klar, Kultur
sollte, gerade in Zeiten knapp gefüllter Kassen, auf der
„Bürgermeisterbank“ eigenständig vertreten sein. Aber ein 5.
Dezernat wird derzeit nicht durchsetzbar sein. Umso wichtiger,
Zuschnitt und Besetzung der übrigen Dezernate genau zu prüfen. Und zwar
nach sachlichen Gesichtspunkten und nicht nach reinem Parteienproporz.
Es wird vorgeschlagen, die Zahl der Dezernate nun sogar auf drei zu
reduzieren. Inhaltliche Argumente werden keine vorgetragen, außer, dass
die Verwaltung „verschlankt“ werden solle. Wird die Arbeit der
Dezernate dadurch besser oder effektiver? Nur dann hätte eine
Reduzierung Sinn. Der Beweis hierfür ist nicht erbracht. Klar ist, alle
Fraktionen sollten öffentlich bekennen, ob sie eine Reduzierung der
Dezernate sinnvoll finden. Aus rein Parteitaktischen Gesichtspunkten
eine solche Reduzierung heute abzulehnen, wo die Wiederwahl der
„grünen“ Dezernentin G. Stuchlik ansteht, um sie dann in zwei Jahren,
wenn die Neubesetzung des Bauderzernates ansteht, doch durchzusetzen,
dieses Spiel wird die Fraktionsgemeinschaft Unabhängige Listen nicht
mitspielen.
Wir sind der Auffassung, dass in den nächsten Monaten das
Umweltdezernat und in zwei Jahren das Baudezernat mit fachlich und
politisch hochqualifizierten Personen besetzt werden sollten, die in
der Lage sind, klare und vorwärtsweisende Akzente in der
Stadtentwicklung, in der kommunalen Schul-, Umwelt- und Verkehrspolitik
zu setzen und gleichzeitig eine notwendige Strukturreform der
Stadtverwaltung, die den BürgerInnen dieser Stadt nützt und gerecht
wird, voranzutreiben. Dabei würden wir es sehr begrüßen, wenn auf
diesem Wege erreicht würde, dass Freiburg künftig zwei
Bürgermeisterinnen hätte. Unsere Fraktionsgemeinschaft wird die
eingehenden Bewerbungen nach sachlichen und fachlichen Gesichtspunkten
sorgfältig prüfen und dabei darauf achten, welche Entwicklung Freiburgs
in den nächsten Jahren welche BewerberIn vorantreiben kann und
will.