Fortschreibung Niedrigenergiebauweise
Fortschreibung Richtlinien Niedrigenergiebauweise (NEH)
Die alte NEH sah eine Begrenzung des Energieverbrauchs auf 65 Kwh/m² vor.
Die jetzige soll um 5% darunter liegen.
Auch wenn die neue Freiburger NEH weiter um 25% unter den Vorgaben des Bundes liegt,
ambitionierte Vorhaben sehen anders aus.
Ausgenommen wird das Reihenhausprogramm: schade, denn
„ökonomisch werden sich die mehrinvestitionen durch Einsparungen bei
den Heizkosten amortisieren“ (Vorlage S. 5). Diese Amortisation hätten
wir den BezieherInnen der Reihenhäuser durchaus gegönnt.
Überhaupt die Amortisation: die neue NEH ist ökonomisch rentabel. Und ökologisch natürlich sowieso sinnvoll.
Eine strengere Regelung dagegen wäre direkt die Forerung nach
„Passivhaus-Bauweise“ mit einem Energieverbrauch von 15 Kwh/m². Warum
es keine möglichen Zwischenschritte zwischen den 60 und den 15 Kwh/m²
geben soll und kann, erklärt die Vorlage nicht.
Nur, dass die Mehrkosten für Passivhäuser so hoch seien, dass diese
sich auch durch die noch niedrigeren Heizkosten NICHT mehr
amortisierten. Wo aber die Grenze liegt, auch hierzu gibt die Vorlage
keine Antwort, bzw. „das hängt je nach dem von ab“, erfuhren wir im
Umweltausschuss. Dass Energiepreise steigen könnten und sich höhere
Baukosten nach Passivhaus-Standard schon bald rechnen könnten, findet
in der Vorlage keine Erwähnung
Fazit: die alte NEH galt 10 Jahre. In all der Zeit, mit all dem
technischen Fortschritt heute eine Erhöhung der Standards um 5 % zu
beschließen, ist nicht gerade ambitioniert. Dies passt zum
energiepolitischen und ökologischen Stellenwert in der Stadtverwaltung.
Richtig ist, dass die mit Abstand wichtigsten und bedeutendsten
Energieeinspar-Effekte in der Altbausanierung zu erzielen sind. Ein
entsprechendes Programm der Stadt wurde vor 2 Jahren aus Kostengründen
praktisch auf Null zurückgefahren. Und dies obwohl auf Sicht gerechnet
die Fortführung dieses Programms für stadteigene Gebäude sich schon
nach wenigen Jahren amortisiert und den städtischen Haushalt ENTLASTET
hätte. Die UL werden bei den Haushaltsberatungen einen Antrag stellen,
ein Altbausanierungsprogramm neu aufzulegen.
Der heutigen Vorlage stimmt unsere Fraktionsgemeinschaft nur deshalb
zu, weil selbst die mehr als bescheiden, ja fast schon kläglichen,
Fortschritte von anderer Seite unter Beschuss stehen und „gerettet“
werden müssen. Den energiepolitischen Anforderungen unserer Zeit wird
die Vorlage jedoch nicht gerecht.
Hendrijk Guzzoni