ÖPNV (Rahmenzeitplan für Stadtbahnprojekte)
Freiburg, 13.12.04
Ich plädiere dafür, diese Diskussion sachlich, auf Zahlen basiernd zu
führen. D.h. wesentlich für eine Entscheidung müssen die
Erschließungspotentiale und besonders die Umsteigepotentiale und die
GF-Ziffern, die Kosten-Nutzen-Rechnung sein (sollte eigentlich
selbstverständlich sein, ist es aber wie die Erfahrung lehrt, nicht).
Ich plädiere weiter dafür, an der Prioritätenliste Ausbau
Stadtbahnprojekte nicht zu rütteln, bzw. diese nur im Konsens
(Habsburgerstr.) zu ändern.
Ich will das kurz begründen:
Finanzielle Situation für den ÖPNV ist tatsächlich bedrohlich wg. Kürzung der GVG-Zuschüsse vom Land
Wie ist die Lage wirklich?
Beschlossen war ein Ausbauprogramm an Stadtbahnlinien für ca. 59 Mio.€
(städt. Anteil) bis 2013, dieses Programm durchzuziehen würde jetzt mit
Vorfinanzierungen ca. 63 Mio € kosten.
In 8 Jahren 2005 bis 2013 macht die Kürzung der GVG - Zuschüsse ca.
500.000.-€/Jahr aus. Das ist viel Geld. Ist es wirklich so viel Geld,
dass es rechtfertigt, die gesamte Planung Ausbau Stadtbahnprojekte in
Frage zu stellen ?
Ist es nicht angebracht, bei Finanzknappheit Projekte (in beschlossener
Abfolge) zeitlich etwas (aber höchstens zwei bis drei Jahre) zu
strecken? Das wäre Variante 4
Diese verursacht Mehrkosten zu den Varianten 3 in Höhe von ca 3 Mio €,
d.h. von knapp 400.000.-€/Jahr. Aber immerhin noch eine Einsparung
gegenüber der ursprünglichen Planung von ca. 8 Mio € !!!
Sie birgt viele Vorteile:
Sie vermeidet, dass es negative Mehrheiten gibt, wechselnde Mehrheiten
gegen einzelne Projekte, was am Schluss dazu führt, dass schlussendlich
weniger ÖPNV rauskommt. Weniger noch als aus Finanzgründen nötig
wäre.
Sie vermeidet, dass die Politik weiter an Glaubwürdigekit verliert,
pol. Versprechen gebrochen werden, indem einige Projekt über
Gebühr langfristig auf Eis gelegt werden.
Sie vermeidet Konflikte mit der ZRF und den benachbarten Kreisen, die
zu Recht fragen, wieso sie sich an bestimmten Projekten wie der
Stadtbahn Haslach beteiligen sollen, von denen sie nur wenig
profitieren, wenn die Stadt sich auf Jahre aus Projekten, die für das
Umland sehr wichtig sind (Littenweiler, Zähringen, Gundelfingen)
zurückzieht.
Manchmal habe ich den Verdacht, dass diese ganzen Horrorszenarien dazu
missbraucht werden, um die politisch gewollte Linie zur Neuen Messe
VORzuziehen im Vergleich zu anderen Projekten.
Ein Wort noch zu Littenweiler und Zähringen:
Das ZRF hat bereits über 600.000.-€ in die Planung für Littenweiler investiert.
Hier gäbe es noch die alte (höhere) Förderung
Beide haben ein besonders hohes Umsteigepotential (CO2-Ausstoß)
Aber auch aus Gründen der politischen Glaubwürdigkeit und der
Zusammenarbeit mit den benachbarten kreisen wäre eine Zurückstellung
dieser beider Projekte politisch ein großer Fehler.
Hendrijk Guzzoni