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www.unabhaengige-listen-freiburg.de | 24.09.2017

Städtepartnerschaften mit Wiwili, Suwong und Tel Aviv

Ulrike Schubert

Rede Schubert GR 28.7.2015

Gedenkminute Berndt Koberstein


Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, meine Damen und Herren,

  1. Die enge, 35 jährige Freundschaft zwischen Wiwili und Freiburg seit 1980, dann 1988 besiegelt mit dem Städtefreundschaftsvertrag zwischen dem Bürgermeister Don Javier Barahona und dem Freiburger Oberbürgermeister Dr. Böhme, wuchs zusätzlich – entgegen der Absicht der US-Contras – dadurch, dass- wie der Friedenspreisträger Ernesto Cardenal es formulierte - deren Gewalt nur den Sa-men für Völkerfreundschaft und Solidarität in die Erde legte.
  2. Dass der Gemeinderat heute einen Schritt weiter geht und eine Städtepartnerschaft mit einem der ärmsten Orte nahe der hondurani-schen Grenze beschließen wird, ist außergewöhnlich und gereicht zur Ehre – und zwar beiden Partnern, Freiburg wie auch Wiwili.
  3. Diese Beziehung ist durchaus beidseitig – auch wenn aufgrund der gegenwärtigen globalen Reichtumsverteilung Freiburg Wiwili finan-ziell langjährig und verlässlich unterstützt, dies bei Trinkwasser- Umwelt& ökologischen Landwirtschaftsprojekten, bei Gesundheitsvor-sorge, dem Aufbau von Gesundheitsposten, so gewinnt doch auch Freiburg:
  4. Freiburg gewinnt durch den Reichtum der Erfahrung von realen Entwicklungsfortschritten in Nicaragua und es gewinnt durch die herzli-che und freundschaftliche Solidarität, im Sinne von: Schenken macht reich (afrik. Sprichw.) Die Beziehungen zwischen Wiwili und Frei-burg haben ihre Grundlage in dem persönlichen, ganz praktischen Einsatz engagierter bürgerschaftlicher und ehrenamtlicher Arbeit vor Ort, insbesondere des seit 1984 existierenden Wiwili-Vereins, dem gerade heute unser spezieller Dank gilt! … und der Dank gilt auch dem Freundschaftsverein ADEM, mit dem seit 1986 EU – unterstützte Projekte erfolgreich durchgeführt werden.
  5. Und: Die Freiburger Bürgerschaft und mehrere Schulen haben, wie die erfolgreiche Spendensammlung nach dem Hurrikan Mitch zeigt, diese außergewöhnliche Städtefreundschaft von der Basis her aufgegriffen und sie in Vorträgen und Veranstaltungen sowie auf vielen wechselseitigen Begegnungsreisen lebendig werden lassen.
  6. Wir denken heute, dass in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Soziales, insbesondere für die Mädchen und Frauen in Wiwili, die Unterstützung durch die Stadt Freiburg ausgebaut werden sollte. Sinnvollerweise geschieht dies in enger Zusammenarbeit mit dem Wiwili-Verein. Zusätzliche Unterstützung erhält diese Partnerschaft durch gegenseitige Bürgerkontakte und hier insbesondere durch Jugendliche! Es geht nicht einfach um Entwicklungshilfe…., sondern um – wie es der Wiwili-Verein formulierte – nachhaltige direkte Hilfe. Dies dient der Völkerverständigung und hilft beim Abbau des Nord-Süd-Konfliktes.
  7. Der scheinbare Gegensatz zur 2. heute beantragten Städtepartnerschaft könnte kaum größer sein – der zur südkoreanischen Stadt Suwong, mit der seit gut 3 Jahren, seit dem ICLEI Kongress in Brasilien, intensive Kontakte und auch offizielle Besuche gerade auch zur Stärkung der ökologischen und auch kulturellen Kontakte wie mit dem Philharmonie-Orchester Suwong oder auch – vielen sicher noch höchst eindrücklich in Erinnerung – der Trommler – Gruppe beim Abend der Partnerstädte ! stattfinden. Die große Herzlichkeit und das ausgesprochen erfreuliche Interesse Suwongs am Austausch bei Umweltprojekten und –techniken, die Verbindung von Pflege von Weltkulturerbe in der Altstadt Suwongs mit der Entwicklung modernster, digitaler Techniken oder Projekten wie Eco-Mobility, auto-freier Stadtteile und dem Ziel, sich zu einer grünen Beispielstadt in Korea und Asien zu entwickeln … Nicht zuletzt Universität und die unbeschreibliche Fußballbegeisterung bilden Gemeinsamkeiten zwischen beiden Städten! wir freuen uns sehr über die beantragte Städtepartnerschaft mit einer zweiten Stadt in Asiens – und freuen uns insbesondere auch über zukünftige Kontakte und Besuche der BürgerInnen beider Städte !
  8. Der vorgeschlagene Freundschafts- und Kooperationsvertrag mit der lebendigen israelischen Stadt Tel Aviv freut unsere Fraktion sehr! Die Vorlage verdeutlicht wirklich eindrücklich die höchst intensiven langjährigen Kontakte, maßgeblich gefördert durch den Freundes-kreis Freiburg – Tel Aviv, bürgerschaftliche Austauschprojekte und Delegationsbesuche seit vielen Jahren – gerade auch mit einem intensiven kulturellen Austausch wie bei Theaterfestivals, mit Chören und Tanzproduktionen, durch schulische Kontakte oder über die Handwerkskammer mit Lehrlingsaustausch !
  9. Der fachliche Austausch mit Tel Aviv bei Umweltschutz und Nachhaltigkeit, Verkehrs- und Radkonzepten ist in der Tat kein Pflichtpro-gramm, sondern geprägt von dem außerordentlichen Interesse beider Städte, sich zukunftsorientiert und menschenfreundlich zu entwi-ckeln………
  10. Dass sich Freiburg bei den Freundschaftsverträgen Tel Avivs in einer Reihe mit Moskau, Paris oder auch Barcelona wiederfindet….. ist natürlich eine große Ehre für uns!
  11. ....Und vielleicht gibt es ja in Zukunft eine 13. Oder 14. Partnerstadt aus Afrika..

Unsere Fraktion befürwortet die Städtepartnerschaften mit Wiwili, mit Suwong und den Freundschaftsvertrag mit Tel Aviv – im Sinne von Frieden und Völkerverständigung für alle Partnerstädte und für Freiburg.


Vielen Dank.