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www.unabhaengige-listen-freiburg.de | 19.11.2017

Quartiersarbeit darf unbequem sein - aber nicht in Freiburg

Irene Vogel

UL-Presseerklärung vom 14.9.2016

Seit Montag kennen die Fraktionen die Ergebnisse des Gutachtens zur Quartiersarbeit /QA in Freiburg. Am Dienstag wurden die ehrenamtlichen Vorstände der Trägervereine in den 14 Stadtteilen seitens der Stadt darüber in Kenntnis gesetzt, dass sie sich auflösen können, weil die QA künftig ein städtisches Aufgabengebiet im Sozialamt werden soll und deren Gemeinwesenarbeiter/innen künftig dort angestellt würden. GR-Beschluss in 4 Wochen!

Obwohl die Stadtverwaltung viele kommunalen Aufgaben auslagert und an Dritte delegiert (z.B. Kitas oder Jugendzentren) - auch um  plurale Angebote zu schaffen - aber dennoch maßgeblich finanziert, soll der common sense dieses Credos hier verlassen werden. Warum?

Nach dem Muster Weingarten soll die gesamte Quartiersarbeit nun von 0 auf 100 diszipliniert und dirigiert werden - Maulkorb für Alle. Damit wird verdeckt, dass im Sozialamt wegen fehlender personeller Kapazität und damit auch Kompetenz, dieser Aufgabenbereich über viele Jahre kaum "gesteuert" und auf Entwicklungen in den Stadtteilen  nicht angemessen reagiert wurde. Genau deshalb hat unsere Fraktion eine Stelle im Sozialamt für das Quartiersmanagement gefordert - jahrelang ohne Erfolg. Aber nein, die Trägervereine und ihre Beschäftigten wurden weitgehend allein gelassen. Sie werden nun einfach abgewatscht und bekommen einen Tritt in den Hintern. Die Stadtspitze wagt es doch tatsächlich, eine 180 Grad Wende zu vollziehen und diese schon im Oktober durch den Gemeinderat beschließen zu lassen. Sie verweigert einen dialogischen Prozess darüber, was verbessert, was verändert werden kann, eine Kommunikation auf Augenhöhe findet nicht statt. Geht man so mit ehrenamtlich und hauptamtlich  Engagierten um? Ein Vorgehen, das alle Bemühungen bürgerschaftliches Engagement und Beteiligung zu stärken, karikiert....

Für die UL ist das ist ein Verwaltungs- und Politikstil aus dem 19. Jahrhundert und politisch unerträglich. Wir fordern vor einem Beschluss einen konsensualen Diskussionsprozess mit den AkteurInnen in allen Stadtteilen.

Irene Vogel