Verantwortungsloser Umgang mit Menschen im ALG II Bezug
PE vom 12. Juli 2005
Verantwortungsloser Umgang mit Menschen im ALG II Bezug
Die Aufforderung der Arge Freiburg an alle EmpfängerInnen von ALG II,
ihre Mietkosten durch Umzug oder Untervermietung zu senken, wenn sie
über 5,62 Euro/qm liegen, ist für die Betroffenen beängstigend und
demütigend. Jede/r weiß, dass Freiburgs Mieten mit die höchsten in der
Republik sind. Also bitte schön, wo sollen ca. 9000 Erwerbslose die
günstigen Wohnungen finden. Die Wartelisten der Stadtbau und des
Liegenschaftsamtes verdeutlichen die Aussichtslosigkeit. Der Nachweis
der Bemühungen um preiswerten Wohnraum wird genauso zur Farce, wie die
Bemühungen um Arbeitsplätze, die es für 9.372 Arbeitssuchende in
Freiburg nicht gibt.
Am schlimmsten jedoch ist es, die ALG II BezieherInnen mit einem
standardisierten Schreiben in derartige Bedrängnis zu stürzen, ohne den
Blick auf die individuelle Wohn- und Lebenssituation: Familien mit
Schulkindern, Behinderte und Menschen, ohne untervermietbaren Wohnräume
werden unerfüllbaren Forderungen der Arge ausgesetzt, anstatt in
Einzelberatungen gemeinsam zu überlegen, was geht oder eben an die
Grenzen der Realität auf dem Wohnungsmarkt stößt.
Ziel ist wohl die längerfristige Abwälzung der Mietmehrkosten auf die 345 Euro-BezieherInnen.
Irene Vogel
Stadträtin