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  Aktualisiert:
  12.08.2010

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Verantwortungsloser Umgang mit Menschen im ALG II Bezug

PE vom 12. Juli 2005

Verantwortungsloser Umgang mit Menschen im ALG II Bezug

Die Aufforderung der Arge Freiburg an alle EmpfängerInnen von ALG II, ihre Mietkosten durch Umzug oder Untervermietung zu senken, wenn sie über 5,62 Euro/qm liegen, ist für die Betroffenen beängstigend und demütigend. Jede/r weiß, dass Freiburgs Mieten mit die höchsten in der Republik sind. Also bitte schön, wo sollen ca. 9000 Erwerbslose die günstigen Wohnungen finden. Die Wartelisten der Stadtbau und des Liegenschaftsamtes verdeutlichen die Aussichtslosigkeit. Der Nachweis der Bemühungen um preiswerten Wohnraum wird genauso zur Farce, wie die Bemühungen um Arbeitsplätze, die es für 9.372 Arbeitssuchende in Freiburg nicht gibt.

Am schlimmsten jedoch ist es, die ALG II BezieherInnen mit einem standardisierten Schreiben in derartige Bedrängnis zu stürzen, ohne den Blick auf die individuelle Wohn- und Lebenssituation: Familien mit Schulkindern, Behinderte und Menschen, ohne untervermietbaren Wohnräume werden unerfüllbaren Forderungen der Arge ausgesetzt, anstatt in Einzelberatungen gemeinsam zu überlegen, was geht oder eben an die Grenzen der Realität auf dem Wohnungsmarkt stößt.
Ziel ist wohl die längerfristige Abwälzung der Mietmehrkosten auf die 345 Euro-BezieherInnen.

Irene Vogel
Stadträtin