Doppelhaushalt 05/06 eingestimmt
PE vom 25. November 2004
Wir werden derzeit von OB Salomon und Erstem Bürgermeister Neideck auf
die Notwendigkeit weiterer drastischer Entscheidungen beim
Doppelhaushalt 05/06 eingestimmt. Am Samstag findet dazu eine
Gemeinderatsklausur statt.
Wir verlangen, dass die Verwaltung ähnlich wie mit den verschiedenen
Szenarien zum Flächennutzungsplan 2020 Alternativen vorlegt und
Diskussionen darüber in Gang bringt. So gibt es z.B. zur weiteren
Kürzung im Kultur- Sport und Sozialbereich die Alternative einer
Gewerbesteuererhöhung auf Karlsruher oder Mannheimer Niveau.
Unsere Fraktionsgemeinschaft sieht ihre Aufgabe darin, gegen eine
einseitige Überbürdung der Lasten auf die sozial Schwachen und
auf die Kultur, den Sport, die sozialen Einrichtungen
anzugehen. Die in den letzten beiden Jahren weit über dem Ansatz
liegenden Gewerbesteuereinnahmen zeigen, dass es der Wirtschaft so
schlecht nicht geht. Dieser Rückschluss ist möglich, weil die
Gewerbesteuer hohe Freibeträge kennt und nicht auf den Umsatz, sondern
auf den Gewinn berechnet wird. Im übrigen ist der
Gewerbesteuer-Hebesatz in Freiburg seit dem 1.1.91 unverändert
bei 400 Punkten, in Karlsruhe liegt sie bei 410, in Mannheim bei 415
Punkten – in anderen Bundesländern erreicht der Hebesatz oft die 500er
Grenze).
Wir bedauern in hohem Maße, dass alle anderen Fraktionen dem Druck
einer Messeerweiterung nachgegeben haben und damit den Spielraum
für städtische Investitionen drastisch verringert haben. Diese wären
aber insbesondere im Bereich der Schulsanierungen , der Umwandlung in
Ganztagesschulen, kultureller Einrichtungen wie des E-Werks dringend
erforderlich.
Wir fordern, dass die Einwohner Freiburgs die Möglichkeit erhalten,
sich aktiv einzuschalten in die anstehenden Debatten. Die Erklärungen
des OB an die Presse können nicht alles sein. Deshalb verlangen wir die
Durchführung von 4 Veranstaltungen Stadt Nord, Süd, West und Ost,
ähnlich wie die geplanten Veranstaltungen zum Flächennutzungsplan, in
denen OB und Gemeinderat sich der Debatte der Einwohner Freiburgs
stellen. Diese Veranstaltungen könnten ein Einstieg in einen
Beteiligungshaushalt sein, wie er in vielen Städten bereits angegangen
oder praktiziert wird. Es gibt nämlich entgegen der anders
lautenden Behauptung des OB in Freiburg keineswegs bereits genügend
Bürgerbeteiligung bei der Erstellung des städtischen Haushaltes.
Michael Moos