Umbau des Augustinermuseums
PE vom 3. Dezember 2004
Die Kulturliste Freiburg fühlt sich nach der gestern kurzfristig
anberaumten Diskussion über den Umbau des Augustinermuseums im
Kulturausschuss in ihren Vorbehalten dem Entwurf von Herrn Prof.Mäckler
gegenüber bestätigt:
- Das Raumkonzept hat erhebliche Mängel und ist unflexibel. Das
Einziehen von Betonwänden für die Münsterfiguren und die Wasserspeier
zerstört die mögliche Größe eines einzigartigen Kirchenraumes als
Ausstellungsraum.
- OB Salomon selbst gebrauchte in der Augustinerkommission den Begriff
Münstermuseum. Wir brauchen in Freiburg kein Münstermuseum, sonder ein
modernes zentrales Museum, das den Anforderungen des 21. Jhd. genügt.
Das kann aber kein Kirchenmuseum sein, sondern muss ein variables
räumlich interessantes Haus sein, in dem nicht mystische Anwandlungen
der Besucher eine Rolle spielen sollen, sondern die Besucher sinnlich
erfahrbare Eindrücke aus der Vergangenheit in lebendige Zusammenhänge
stellen und für ihre Zukunft mitnehmen.
- Wir sind ferner der Meinung, dass das von der Stadt Freiburg für
70.000.- Euro in Auftrag gegebene Museumsgutachten nicht das
Augustinermuseum in seiner Struktur und Ausdehnung einfach aussparen
kann. Von großer Bedeutung ist doch das Ergebnis des Gutachtens dann,
wenn das Gutachten zum Schluss käme, in Freiburg müssten ein bis zwei
Museen geschlossen werden. Niemand wird behaupten, dass so ein Ergebnis
nicht Auswirkungen auf die räumlichen Überlegungen im Augustinermuseum
hätte. Demnach gilt es jetzt, das Museumsgutachten abzuwarten und dann
in den Planungen fortzufahren. Die bereits zugesagten Mittel sind nach
unserer Information nach auch ein Jahr später noch abrufbar.
Die Kulturliste fordert unter den gegebenen Umständen der
Haushaltssituation und des in Auftrag gegebenen Museumsgutachtens ein
Moratorium und einen Aufschub der Planungen für das Augustinermuseum
bis zum Erscheinen des Gutachtens.
Die Kulturliste merkt ferner an, dass der Zustand einer fehlenden
Direktorenposition für das Augustinermuseum für das offene Konzept
eines neuen Augustinermuseums und einer neuen Museumsplanung nicht
förderlich ist. Eigentlich hätte längst ein neuer Leiter oder eine neue
Leiterin die weiteren Geschicke des Augustinermuseums begleiten und den
Umbau zu seiner Aufgabe machen müssen. Hier wird offensichtlich jedoch
auf das Gutachten gewartet, um dann vielleicht eine völlig neue
personelle und räumliche Museumsstruktur in Freiburg zu planen, die das
Augustinermuseum räumlich aussparen soll, das dann für 9.5 Mil. Euro
bereits sich im Umbau befindet. Angesichts dieser großen
Investitionssumme, die auf absehbare Zeit in dieser Dimension einmalig
in die kulturelle Entwicklung der Stadt Freiburg gesteckt wird und
angesichts der äußerst angespannten Haushaltslage (andere
Kulturprojekte werden auf null gekürzt oder haben keine Chance auf
weitere Entwicklung) sollte man erwarten, dass dieses Vorhaben eines
zentralen Museums sorgfältig und mit großem Blick in die Zukunft auch
auf die vielen jungen Museumsbesucher geplant wird. Das ist unserer
Meinung nach nicht der Fall.
Atai Keller, Paul Bert