Theater
PE vom 16. März 2005
Sehr geehrte Damen und Herren,
wir bitten um Berücksichtigung nachfolgender Erklärung in Ihrer Berichterstattung:
Die Fraktion Unabhängige Listen stellt zur gestrigen Debatte fest:
1. Seit Monaten wird von OB Salomon eine Demontage
des Stadttheaters betrieben, welche fatale Folgen für die Stadt und
ihre Attraktivität hat. Anstatt die unbestreitbaren Erfolge des
Theaters für das kulturelle Leben der Stadt zu nutzen, wird vom
OB keine Gelegenheit ausgelassen, um Stimmung gegen das Theater zu
machen.
2. Einen traurigen Höhepunkt erreichte dieses
Verhalten in der gestrigen Gemeinderatssitzung, in welcher der OB den
Kaufmännischen Direktor des Theaters persönlich in öffentlicher Sitzung
beschimpfte, ohne dass dieser die Möglichkeit gehabt hätte, die
Behauptungen des OB richtig zu stellen. Besonders erschreckend
empfindet es unsere Fraktion, dass dies unter dem Beifall eines Teils
der Grünen Fraktion erfolgte.
3. Wir haben Anlass den OB darauf hinzuweisen, dass
auch er Recht und Gesetz unterliegt. Die in öffentlicher Sitzung
erfolgte Beschimpfung, was aus dem Theater und damit von der
Intendantin und dem kaufmännischen Direktor gekommen sei,
sei „feige“ und „dummes Zeug“ begründet den Anfangsverdacht eines
Dienstvergehens. Der Dienstvorgesetzte darf einen städtischen
Mitarbeiter nicht durch unsachliche Kritik an dessen Amtsführung
öffentlich bloßstellen. Ebenso bedenklich ist der Umstand, dass der OB
in öffentlicher Sitzung aus einer nicht-öffentlichen Sitzung des
Hauptausschusses berichtete.
4. Erschwerend kommt hinzu, dass OB Salomon hierbei
unterschlagen hat, dass Jürgen Braasch erst dann das Niveau der Debatte
in der nicht-öffentlichen Sitzung des Hauptausschusses bemängelt hatte,
als kurz zuvor der OB die Künstler am Theater mit „Söldnern und
Legionären“ verglichen hat, ohne Bindung zur Stadt.
5. Was schließlich die Debatte um die
Orchesterkooperation angeht, so war es der OB und nicht das Theater,
der diese perspektivischen Überlegungen als Sparkonzept in die
Öffentlichkeit brachte. Zu kritisieren ist, dass damit ohne Sinn und
Verstand Unruhe in das Orchester getragen wurde, bevor der OB ein
einziges Gespräch mit dem SWR geführt hatte. Spar- und
Strukturmaßnahmen im Theater und in der gesamten Stadtverwaltung müssen
zu allererst mit den Beschäftigten entwickelt und diskutiert werden.
Vorschläge ungeprüft öffentlich zu machen erzeugt unter den
Beschäftigten nur Unruhe und Misstrauen. So kann keine Reform gelingen.
Mit freundlichen Grüßen
Fraktionsvorsitzender
Michael Moos