Doppelhaushalt 05/06
PE vom 17. März 2005
Hier unsere Anträge, die zu Mehrausgaben
führen:
2005
2006
1. Rücknahme aller Kürzungen freier Gruppen im
Kulturbereich mit einem 2-jährigen
Moratorium
300.000 €
405.000 €
Begründung: Die Kürzungsvorschläge der Verwaltung sind willkürlich und
ohne demokratische Beteiligung der betreffenden Institutionen
entstanden. Die bevorstehende Fachdebatte um den Kulturentwicklungsplan
wird zusammen mit den freien Kulturgruppen diese Entscheidungskriterien
erarbeiten und spartenbezogene Prioritäten setzen.
2. Einführung eines Sozialtickets und –passes
100.000 €
200.000 €
Begründung: Die Einführung des Arbeitslosengeldes II bringt einerseits
dem städtischen Haushalt Einsparnisse von ca. 1,5 Mio. Euro.
Andererseits ist dadurch eine große Zahl der FreiburgerInnen in Armut
geraten und nicht mehr in der Lage am gesellschaftlichen Leben
teilzunehmen. Eine Regio-Karte ist für sie genauso unerschwinglich
geworden wie Bad-, Kino- und Theaterbesuche oder die Mitgliedschaft in
einem Sportverein. Eine Karte mit Ermäßigungen für diesen Personenkreis
halten wir für unbedingt erforderlich.
3. Frauen- und Mädchenprojekte
88.000
€ 56.000 €
Begründung: Erhalt des barrierefreien Frauenzentrums; Fortführung des
Projekts „Sprungbrett“ für die beruflichen Integration von Frauen nach
der Familienphase; Weiterführung der Beratungen gegen sexuelle Gewalt
an behinderten Frauen durch Wildwasser; Ausbau der Angebote von Tritta
und FMGZ, da der Bedarf weit höher ist, als die vorhandenen Angebote.
Die Stärkung dieser Strukturen sind wichtig als Kompensation für die Einsparungen durch die Halbierung der Frauenbeauftragten.
4. Projekt „Haltestelle“ der Freiburger Straßenschule 53.000 € 53.000€
Begründung: Die Stadt ist verantwortlich für Jugendliche und junge
Erwachsene in Wohnungs- und Arbeitslosigkeit, ohne Schul- und
Berufsabschlüsse. Sie brauchen frühest möglich gezielte Unterstützung
zur gesellschaftlichen Integration, um eine lebenslange
„Straßenkarriere“ zu verhindern. Das jugendgerechte Angebot der
Straßenschule schließt eine Lücke im kommunalen Hilfesysthem, aber die
eigenen Vereinsmittel aus Spenden und Sponsoring reichen bei weitem
nicht aus.
5. Ausbau und Beschilderung der Freiburger Radwege 210.000 € 210.000 €
Begründung: Der Ausbau und die Beschilderung von guten
Radwegeverbindungen führt zu weiterem Rückgang des MIV (Motorisiertem
IndividualVerkehr). Die angrenzenden Land-kreise haben – wie mit der
Stadt gemeinsam vereinbart – die Beschilderung ihrer Radwege den
Bedürfnissen der RadfahrerInnen angepasst, die Stadt noch nicht.
Verwaltungsvorschlag Antrag 2-4 jeweils 0 €, Antrag 5: 100.000 €
Unsere Anträge, die zu Mehreinnahmen oder Minderausgaben führen:
1. Erhöhung der Gewerbesteuer um ca. 5 % auf 420 Punkte 5.810.000 € 6.110.000 €
abzüglich der Gewerbesteuerumlage, deren Höhe wir nicht kalkulieren können.
Begründung: Die Gewerbesteuer wurde in Freiburg in den letzten 14
Jahren nicht erhöht. Der größte Teil der Gewerbebetriebe zahlt aufgrund
geringer Gewinne keine oder nur wenig Gewerbesteuer. Vorrangig
Aktiengesellschaften und GmbHs mit hohen Gewinnen würde diese Erhöhung
überhaupt treffen, also gerade die Körperschaften, die bundesweit durch
die Änderung des Körperschaftssteuergesetzes im Jahr 2000 um sage und
schreibe 23 Milliarden € in einem Jahr entlastet worden sind und in den
Folgejahren kaum weniger. Angesichts der leeren Stadtkasse aufgrund
dieser Bundespolitik wäre diese Erhöhung gerechtfertigter als weitere
Kürzungen im Kultur-, Sozial- und Jugendbereich.
2. FWTM: Mehreinnahmen durch die Erweiterung
----- 1.000.000 €
der Neuen Messe
Verwaltungsvorschlag 5.885.000 € Zuschuss
Begründung: Der Ausbau der Neuen Messe mit Kosten von 26 Mio Euro muss
dazu führen, dass sie Mehreinnahmen erzielt und die jährliche
Verlustabdeckung dadurch verringert werden kann.
3. Der Umbau des Herrmann-Mitsch-Str./Madisonallee
- 300.000 € - 300.000 €
wird auf unbestimmte Zeit verschoben
Verwaltungsvorschlag: 300.000 €
Begründung: Dieses Straßenbauprojekt ist nicht so dringlich, wie der
Bau des Jugendzentrums Chummy für Betzenhausen / Bischoffslinde
4. Keine Abgabe der Gewerbegrundstücke unter dem Regelpreis
- 231.000 € ---
Verwaltungsvorschlag 231.000 € Zuschuss
Begründung: Eine Subention für KäuferInnen von Gewerbegrundstücken ist
angesichts der leeren Haushaltskasse nicht gerechtfertigt, zumal
Grundstückspreise für Gewerbe verglichen mit Wohnbaugrundstücken
wesentlich niedriger liegen.
5. Veranstaltungsreihe Fragmente
--- - 15.000 €
Verwaltungsvorschlag 15.000 € Zuschuss
Begründung: Das erst 10-jährige Jubiläum des Konzerthauses kann sich
auf einen kleineren Rahmen beschränken, der aus den laufenden Mitteln
der FWT finanzierbar ist.