Der OB sucht seine Mehrheit
PE vom 22. Juni 2006
Die Fraktionsgemeinschaft der Unabhängigen Listen wertet den
gemeinsamen Vertagungsantrag von CDU, Freie Wähler und JF/Die Grünen,
die über den Verkauf der Freiburger Stadtbau GmbH und der städtischen
Wohnungen nun nicht am 4., sondern am 18. Juli entscheiden wollen als
eindeutiges Zeichen, dass dem OB nun auch im Gemeinderat die Mehrheit
abhanden gekommen ist, die er in der Bevölkerung für seine
Verkaufspläne ohnehin nie hatte. Der richtige Weg sei aber, so
Fraktionsvorsitzender M. Moos, diesen Tagesordnungspunkt ganz
abzusetzen und am 4.7. das Bürgerbegehren (nunmehr 20.000
Unterschriften) für zulässig zu erklären, dessen Fragestellung zu
übernehmen und den Termin für den Bürgerentscheid festzusetzen. Das
Votum des Bürgerentscheides im Oktober abzuwarten gebietet der Respekt
vor diesem basisdemokratischen Instrumentarium.
Die Fraktionsgemeinschaft der Unabhängigen Listen teilt die Auffassung
der Bürgerinitiative „Wohnen ist Menschenrecht“, dass ein Verkauf an
die LEG keine substantielle Alternative darstelle und erneuert ihre
Position, dass die Wohnungen in städtischen Eigentum verbleiben
müssten, um der Stadt stadtplanerischer + soziale Steuerungsinstrumente
zu erhalten, so Irene Vogel.
Die Unabhängigen Listen stellen fest, dass eine ganze Reihe
hochinteressanter Alternativvorschläge zur Konsolidierung des
städtischen Haushaltes auf dem Tisch liegen und wird im Rahmen der
Beratungen des Doppelhaushaltes 2006 ebenfalls entsprechende Anträge
einbringen. Zu den prüfungswürdigen Vorschlägen zählt für die
Unabhängigen Listen auch der Vorschlag des Bauvereins für die Gründung
einer Genossenschaft, die Anteile der Stadtbau übernehmen könne,
allerdings müsse immer auch die Verbesserung der Einnahmeseite der
Stadt im Blickfeld bleiben. Die Fraktionsgemeinschaft der Unabhängigen
Listen sei zu konstruktiven Gesprächen mit allen Fraktionen und
Gruppierungen des Gemeinderates über alternative Wege zur
Konsolidierung des städtischen Haushaltes bereit. Hiermit solle, so
Hendrijk Guzzoni, möglichst bereits bei der Gemeinderatsklausur am
24.6. begonnen werden, noch wichtiger sei aber eine breite
bürgerschaftliche Diskussion in der Bürgerschaft.
Mit freundlichen Grüßen
Hendrijk Guzzoni