Loading ...
www.unabhaengige-listen-freiburg.de | 18.12.2017

Zwei Plätze – Ein schwieriger Umgang mit Geschichte!

Amtsblatt 10. Augus2017 – Nr. 703

Platz der Alten Synagoge

Es ist ein ganz schöner Platz geworden und kein Wunder ist er vom ersten Tag an sehr belebt. Endlich hat Freiburgs Mitte einen großzügigen, urbanen Ort, an dem Bürger/innen wie Touristen der Enge in der übervollen Innenstadt entkommen, eine Auszeit nehmen und sich mit oder ohne Veranstaltung unterhalten und vergnügen können. Der Erhalt von mehr alten schattenspendenden Bäumen als geplant, darunter die einladenden Sitzgelegenheiten, die Wasserfontänen und der Trinkbrunnen sorgen für eine gute Aufenthaltsqualität.

Zu gut, was das flache Wasserbecken – in den Umrissen der alten Synagoge – und dessen Nutzung durch Groß und Klein betrifft. Nicht als Gedenkstätte, aber als Erinnerungsort an die zerstörte Synagoge konzipiert, waren alle Planungsbeteiligten von dieser Idee in all den Jahren sehr angetan. Es hat jedoch niemand darüber nachgedacht – weder die Stadtspitze noch die Fraktionen oder die jüdischen Gemeinden - dass sich dieser Wasserspiegel in den heißen Sommermonaten unweigerlich als Planschbecken anbieten würde. Selbst wir nicht. Und nun? Auch wenn der Herbst naht, muss ein Vermittlungskonzept neu überlegt und umgesetzt werden, das den unwissenden „Wassertreter/innen“ eine Haltung zu diesem Erinnerungsort ermöglicht und den Wissenden eine Haltung abverlangt. Vorab sollte schnellstens eine Hinweistafel mit obigem Foto über die historischen Zusammenhänge aufklären.

Siegesdenkmal

Auch bei der bereits im November geplanten Neuaufstellung des Siegesdenkmals vor der Karlskaserne hat die Bauverwaltung nicht genügend berücksichtigt, welche symbolische und politische Bedeutung die gestalterische Einbindung des Denkmals in den neuen Platz haben wird. In den Sommerferien sollen bereits die Fundamentarbeiten für das Denkmal ausgeführt werden. Detailplanungen deuten stark darauf hin, dass das Denkmal heroisch inszeniert, wieder durch einen zusätzlichen Sockel überhöht und damit eine  „ehrerbietende Abstandszone“  geschaffen würde. Entgegen dem Beschluss von 2015 ist diese Planung, die wir ablehnen, bisher nicht mit den Ausschüssen und dem Gemeinderat abgestimmt. Hoffentlich noch rechtzeitig haben wir mit einigen anderen Fraktionen einen Eilantrag gestellt, dies schleunigst nachzuholen. Darüber hinaus muss sich der Gemeinderat auch noch über die Ausrichtung des Denkmals, über Hinweise und Erläuterungen zu dessen geschichtlichem Kontext und im nächsten Schritt darüber verständigen, ob der immer noch namenlose Platz künftig Friedensplatz oder anders heißen soll.

Irene Vogel