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www.unabhaengige-listen-freiburg.de | 19.11.2017

Das HAUS DES ENGAGEMENTS – ein Gewinn für Freiburg

Amtsblatt 27. Januar 2017 – Nr. 688

Das bisherige Amt für Öffentliche Ordnung in der Basler Straße 2 steht zur Disposition. Die Immobilie wird zur städtischen Nutzung in Kürze nicht mehr benötigt, der erste Bauabschnitt des neuen Rathauses wird bezogen. Die Veräußerung der Immobilie ist bereits als Einnahme eingeplant: Mindestens 5Mio Euro. Das Haus an bekannter Ecke gegenüber der Johanneskirche, ein städtebaulich wichtiges Element in gelungener Büroarchitektur hätte eigentlich längst unter Denkmalschutz gestellt gehört! Dass das Haus nun vor dem Abriss gerettet scheint, ist einem besonderen Bieterverfahren zu verdanken, das der Gemeinderat nach geäußerter Kritik gemeinsam modifiziert und auf den Weg geschickt hat. Interessenten konnten nun ihre Kauf- und Nutzungsgebote bis zum 21.Okt. 2016 einreichen., am nächsten Dienstag entscheidet der Gemeinderat über die Vergabe.

Die Verwaltung schlägt dem Gemeinderat vor, die Basler Str. 2 an das Studierendenwerk zu vergeben, das dort Studentenberatung und seine gesamte Verwaltung unterbringen möchte. Das Studierendenwerk liegt auf Platz 1 des Rankings, auf Platz 3 liegt nach der Bewertung der Verwaltung das Haus des Engagements. Doch bereits mit der Ausschreibung wurden die Bewerber darauf hingewiesen, dass die Verwaltung nicht an das Ergebnis des Rankings gebunden ist, der Gemeinderat kann  - wenn wichtige Gründe gegeben sind – davon abweichen.

Diese Gründe liegen unsrer Meinung nach vor bei einem für Freiburg so wichtigen und einmaligen genossenschaftlichen Projekt, das über 100 ehrenamtlich tätigen Gruppen im TREFFPUNKT FREIBURG  und rund 50 im EINE WELT FORUM arbeitenden Gruppen hervorragende Arbeitsmöglichkeiten im Interesse der Gesamtstadt bieten würde.  Es sind dies Gruppen wie Ecotrivina, Gartencoop, Greenpeace oder Nabu, der Dachverband der Migrantinnenorganisationen, terre des Hommes und Tageselternvereine. Die Liste der 114 Gruppen liest sich wie ein who is who des Bürgerengagements in Freiburg. Die Größe des Hauses erlaubt darüber hinaus die Aufnahme von weiteren Mietinteressenten, die Mitglieder in der Genossenschaft geworden sind: die Diakonie, die Postagentur, gewerbliche Mieter und eine Fahrradladen sowie kleinere soziale Unternehmen. Weitere Organisationen, die Raumbedarf haben sind im Gespräch: der Kinderschutzbund, das Frauen- und Mädchenhaus, Südwind u.a. In wenigen Monaten hat die Genossenschaft ein solides und seriöses Konzept erstellt und bietet mehr für das Gebäude als die Stadt verlangt.                                        

Letzte Woche auf einer beeindruckenden Versammlung der Initiativgruppen in der Johanneskirche waren hunderte von engagierten Menschen versammelt, und es war förmlich in der Luft zu spüren, das Gefühl von gemeinsamen Wollen und Handeln. Es ist dies eine einmalige Chance für die Stärkung und Verankerung des Bürgerengagements in Freiburg. Es wäre ein schlimmer Fehler, wenn der Gemeinderat diese Chance nicht nutzt.         

Atai Keller, Michael Moos, Prof. Martin Flashar