Ein Ja für eine soziale und solidarische Stadt
Amtsblatt 443,11. November 2006
„Vorhang zu – und alle Fragen offen“ bilanziert die BZ die bisherigen
Auseinandersetzungen um die von Salomon und der Gemeinderatsmehrheit
geplante Ausschreibung der Stadtbau zum Verkauf. Sind wirklich
alle Fragen offen ?
Eine viel diskutierte Frage war, ob die Stadt ihre Wohnbaugesellschaft
an einen Genossenschaftsverbund verkaufen und sich auf diesem Weg
entschulden könne. Diese Frage muss nach den Erklärungen der
Genossenschaften in den letzten Tagen klar verneint werden. Die
Genossenschaften sehen sich noch nicht einmal in der Lage, an dem
Bieterverfahren teilzunehmen, das u.a. Gutachter- ,Anwalts-, und
Bankkosten von vielen Hunderttausend Euro verursacht. Was für eine LEG
oder eine Fortress Unkosten auf dem Weg zu immensen Gewinnerwartungen
sind, stellt sich für die Genossenschaften als Veruntreuung von
Mitgliedsgeldern dar. Und dies umso mehr, als sich die Genossenschaften
in diesem von der Stadt für zwingend erachteten Bieterverfahren keine
echten Chancen ausrechnen. Alles läuft also bei einem Misserfolg des
Bürgerentscheids auf einen Verkauf an einen Finanzinvestor zu.
Wie aber kann die Stadt, wenn nicht durch den Verkauf der Stadtbau, von
ihren Schulden runterkommen. Die Verschuldung kann abgebaut werden,
wozu u.a. ein teilweiser Verkauf von Wohnungen der Stadt und der
Stadtbau an ihre Mieter, ein Verkauf der Erbpachtgrundstücke der Stadt
an Stadtbau und andere Pächter, aber auch eine laufende Erhöhung der
Einnahmeseite durch Grund- und Gewerbesteuererhöhung sowie jährliche
Gewinne der Stadtbau und der Sparkasse führen wird.
Ist dann aber der nächste Haushalt genehmigungsfähig ? Was ist
mit dem Defizit von 30 Mio.€ und mehr jährlich ? Überaus
aussagekräftig ist der Umstand, daß von Salomon und Neideck nichts zu
den neuesten Steuerschätzungen zu hören war, die Mehreinnahmen von weit
über 20 Mio. € für 2006 und 2007 für die Stadt erwarten lassen. Die
Diskussion darüber wird unterdrückt, um weiterhin den Stadtbau-Verkauf
als unausweichlich erscheinen zu lassen.
Entschieden wird aber am 12.11. ausschließlich über die Frage, ob die
Stadtbau mit ihren 7900 Wohnungen städtisch bleibt. Im Interesse der
gesamten Stadt, ihren Entwicklungsmöglichkeiten und ihrem sozialen
Auftrag, aber auch aus finanziellen Erwägungen muss diese Frage mit
einem klaren Ja beantwortet werden.