Wohnungsverkauf
Amtsblatt 436, 22. Juli 2006
Entschieden ist noch nichts!
Salomon irrt gewaltig wenn er meint, daß wir alle, die wir
gegen den Verkauf der städtischen Wohnungen sind, nur ein
„ideologisches Problem“ hätten. Es ist beschämend, wenn der
Freiburger Oberbürgermeister das Eigentum der Stadt an der städtischen
Wohnbaugesellschaft derart gering schätzt. In Wirklichkeit ist er es,
der ein ideologisches Problem hat: er missachtet den Wert öffentlichen
Eigentums, die Bedeutung demokratischer Kontrolle über die
Wohnbauentwicklung, die öffentliche Einflussnahme auf die
Mietzinsentwicklung wie auf die Stadtentwicklung. Das ist ihm, Neideck
und schwarz/grün so oft aus berufenem Mund (Bürger- und
Stadtteilvereine, Architektenkammer, Wohlfahrtsverbände, Mietervereine)
gesagt worden, daß es bei jedem für einen Meinungsaustausch offenen
Politiker zu einem Nachdenken hätte führen müssen. Nicht so bei Salomon
und Neideck sowie ihren Mehrheitsbeschaffern, die genauso wie bei der
Neuen Messe unbeeindruckt von Argumenten ihren für die Stadt
verhängnisvollen Weg gehen – und in Missachtung des Bürgerentscheids
gleich mal 300.000.-€ freigeben an Kosten für ein Beraterteam bis zum
12.11., Geld das zum Fenster rausgeworfen ist, weil die Bürger – davon
sind wir überzeugt – am 12.11. dem Verkauf der Stadtbau eine Absage
erteilen werden.
Was geschieht danach ? Die Stadt muss sich bemühen, einen
genehmigungsfähigen Haushalt vorzulegen. Und der erstaunte Bürger wird
erleben, daß nun andere Möglichkeiten ausgelotet werden müssen. Der
Finanzbürgermeister wird gezwungen werden, Alternativen ernsthaft zu
prüfen. Und ein zweites: mit einem erfolgreichen Bürgerentscheid ist
der Grundsatzbeschluss des Gemeinderats vom 18.07. für den Verkauf
Makulatur. Es ist dann der Weg frei für eine gründliche Debatte anderer
Modelle, wie etwa die Einbringung von Teilen der Stadtbau in eine
Genossenschaft, Mieterprivatisierungen und anderes. Zu diesen
Möglichkeiten trifft der Bürgerentscheid ganz offensichtlich keine
Aussage.
Die Unabhängigen Listen (UL) laden ein zum Capri-Talk am Freitag, 21.07.06, 17.17 h,
in der Kantine des Regierungspräsidiums (Flachbau gegenüber Theatercafe),
„Es gibt sie doch - Alternativen zum Stadtbauverkauf und Haushaltssanierung“
GemeinderätInnen der UL im Gespräch mit Stephan Rost., Mietshäuser
Syndikat, Ingolf Oetjens, Immo-Laden Rieselfeld, Dr. Burkhard Flieger
und BürgerInnen.